Schulfach für die wohl wichtigste Entscheidung ihres Lebens

Am 15.05.2009 veröffentlicht der Spiegel-Online einen ausführlichen Artikel über die Einführung eines Schulfaches zur Berufsorientierung an Gymnasien.

Um die Unentschlossenheit unter den Abiturienten zu bekämpfen, führt das Bayerische Kultusministerium ab dem Schuljahr 2009/2010 ein neues Pflichtfach für die Oberstufe ein: Studien- und Berufsorientierung. Dieses Schulfach soll Antworten geben auf die Fragen, die jeder dritte Abiturient in Deutschland nicht für sich beantworten kann: Wo will ich hin? Was soll aus mir werden? Ausbildung, Studium, erstmal abwarten?

Durch Frontalunterricht sollen Lehrer ihren Schützlingen Berufsbilder und Anforderungen vermitteln und sie bei der wohl wichtigsten Entscheidung ihres Lebens unterstützen. Sie sollen eine Art Anleitung für die eigene Lebensplanung und für den eigenen Erfolg erhalten. Auf diese Weise möchte Bayern den Abiturienten erklären, wie sie den richtigen für sich Job finden.

„Wir saßen den Unterricht eigentlich nur ab“

In einem Modellversuch wurde das Vorhaben bereits an den Gymnasien in Coburg und München-Moosach getestet – mit enttäuschenden Resultaten. Das Schulfach hätte ihnen wenig genutzt, denn die Lehrer seien auf die neue Aufgabe nicht ausreichend vorbereitet, bilanzierten die Schüler und Schülerinnen. In Coburg wurden Fragebögen zu Berufswünschen ausgefüllt und Referate von SchülerInnen über bereits bekannte Berufsbilder gehalten. „Wir saßen die Unterricht eigentlich nur ab“ so der Kommentar einer Schülerin. In München-Moosach absolvierten die SchülerInnen zwar Bewerbungstrainings, blieben aber dennoch ratlos, was die bevorstehende Entscheidung für einen Berufsweg angeht. Die SchülerInnen wünschten sich mehr individuelle Betreuung und Praktika statt des Frontalunterrichts, in dem nur ein äußerst geringer Teil der zur Auswahl stehenden Berufswege behandelt werden kann.

Auch in Neustadt bei Coburg hat man das neue Unterrichtsfach auf die Probe gestellt. Allerdings wurde es hier – anders als für die Zukunft geplant – als freiwilliges Angebot an einzelnen Projekttagen durchgeführt, an denen die Jugendlichen Unternehmen besuchten und im Assessment-Center saßen. Außerdem wählte jeder Schüler einen Beratungslehrer, der ihm half, einen Platz für das verpflichtende Praktikum zu finden. Die Erfahrungen des Projektleiters Jochen Dotterweich lassen auf einen größeren Erfolg dieser Variante schließen: „Die meisten Schüler haben das Angebot freiwillig wahrgenommen“.

Nach welchen Kriterien lässt sich die Leistung beurteilen?

Auf dem Weg zur erfolgreichen Implementierung eines Schulfaches, das Abiturienten bei der vielleicht wichtigesten Entscheidung ihres Lebens hilft, gilt es aber noch einige Hürden zu überspringen. Bisher ist der Ablauf des Pflichtfachs „Projekt-Seminar“ nur in groben Zügen vorgegeben: Nach dem ersten Halbjahr theoretischer Orientierung sollen Schüler im zweiten Halbjahr selbstständig Projkete mit Unternehmen organisieren. Doch selbst bei einer Klassenstärke von 20 Schülern wird es wohl nur schwer möglich, auf individuelle Berufswünsche und -pläne einzugehen oder soviele Unternehmen mit einzubeziehn, dass für jeden Schüler etwas Zukunftsrelevantes dabei ist.

„Wir Lehrer kennen ja nur den einen Beruf“

Auch Projektleiter Dotterweich betrachtet das „Projekt-Seminar“ nach wie vor skeptisch: „Berufsorientierung muss auch außerhalb der Schule stattfinden. Wir Lehrer kennen ja nur den einen Beruf.“

YOUNECT braucht keine Noten, um 16.000 Jugendliche zur Berufsorientierung zu motivieren!

Ein ebenfalls nicht zu verachtendes Problem stellt die Benotung dar, die immerhin mit zwei Halbjahresleistungen im Abitur einfließt. Bei so vielen unterschiedlichen Berufswünschen und Projekten wird es wohl schwierig einen gerechten Bewertungsmaßstab anzulegen. Und warum, liebe Verantwortliche, haltet ihr es überhaupt für nötig, Schüler dafür zu benoten, dass sie sich mit ihrer Zukunft beschäftigen – sollte es denn tatsächlich so schwer sein, sie zu motivieren, ihren Lebensweg aktiv selbst zu bestimmen?! …YOUNECT braucht keine Noten, um 16.000 Youser zur Berufsorientierung und Bewerbung zu bewegen!

Natürlich stimmen wir zu, dass die Schule einen geeigneten Ort für den Start der Berufsorientierung darstellt. Nicht umsonst wird uns immer gepredigt „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!“. Dass es Fächer oder Projekte gibt, in denen Schüler dazu angeregt werden, sich über Ausbildungsmöglichkeiten, Studienfächer und Berufsbilder zu informieren, halten wir für richtig und wichtig, denn was nützt uns all das Fachwissen ohne eine Vorstellung von der Zukunft? Dennoch glauben wir, dass die Schule nicht das einzige Informations-Medium auf dem Weg zur persönlichen Berufsentscheidung bleiben sollte. Vielmehr könnte die Intitution Schule „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten und vermitteln, DASS es eine so unglaubliche Vielzahl an Möglichkeiten gibt und Hinweise dazu geben, WO man sich jeder seinen persönlichen Überblick darüber schaffen kann. Selbst mit einem ganzjährig stattfindenden Unterrichtsfach können nicht 2000 Studiengänge und 350 Ausbildungsberufe vorgestellt werden.

Gern würde YOUNECT Schüler und Lehrer bei diesem Vorhaben unterstützen. Mit neuem Unterrichtsmaterial sollen Lehrer ihre Schützlinge in Zukunft gezielt an die Berufsorientierung mit YOUNECT heranführen, ihnen die Möglichkeiten aufzeigen und bei der Erstellung eines aussagekräftigen Bewerberprofils helfen können. Somit werden Schüler angeregt, sich eigenständig mit ihrer Berufswahl zu befassen, ohne dafür lange Texte oder komplizierte Berichte lesen zu müssen.

Und im Gegensatz zum Bayrischen Kulturministerium sprechen wir ALLE Schüler an, nicht nur Gymnasiasten – denn warum sollte man davon ausgehen, dass es alle anderen ohne Hilfe schaffen?