Bärbel Bas (SPD) berichtet über ihren außergewöhnlichen Bildungsweg

Im folgenden Artikel unserer Reihe „Aus der Politik“ möchte ich Ihnen Bärbel Bas vorstellen. Sie kandidiert am 27. September für den Bundestag. Zur Zeit arbeitet sie als Abteilungsleiterin bei einer Betriebskrankenkasse und ist zuständig für den Personalservice. Ihre beruflichen Qualifikationen gehen über eine Ausbildung zur Bürogehilfin, zur Sozialversicherungsfachangestellten über ein Studium zur Krankenkassenbetriebswirtin bis zur Personalmanagement-Ökonomin (VWA). Im Interview mit YOUNECT berichtet sie über interessante Details ihres Berufswegs…

YOUNECT: Welcher Partei gehören Sie an und was sind deren wichtigste Ziele?

Ich kandidiere für die SPD und habe folgende Ziele:

Chancengerechtigkeit für Kinder: Wir brauchen ein Bildungswesen, dass Begabungen erkennt und fördert, statt ausgrenzt und benachteiligt. Eine gebührenfreie Bildung vom Kindergarten bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss ist für mich deshalb ein wichtiges Ziel.

Gute Arbeit: Gute Arbeit bedeutet: Jeder, der Vollzeit arbeitet, muss von seiner Arbeit auch leben können. Deshalb brauchen wir den Mindestlohn! Gute Arbeit heißt auch: Gute Ausbildung für alle. Gerade junge Menschen brauchen nach der Schule eine berufliche Perspektive und dürfen nicht in die Arbeitslosigkeit fallen.

Sozialstaat verbessern: Mit der vierten Hartz-Reform haben wir Sozialdemokraten versprochen, Erwerbslose wieder näher an den Arbeitsmarkt zu bringen. Dies ist uns in großer Zahl auch gelungen. Dennoch dürfen wir die Augen vor existierenden Problemen vor Ort nicht verschließen. Viele Erwerbslose bekommen nicht einmal die Regelleistungen, weil Fehler in der Anrechnung von Arbeitseinkommen oder tatsächliche Wohnkosten dazu führen, dass sie weniger Geld zur Verfügung haben. Sinnvolle Fortbildungswünsche werden abgelehnt, dafür wird man in Trainingsmaßnahmen ohne berufsbezogenen Inhalt gesteckt. Alleinerziehende sollen oft mehr arbeiten, ohne das dies mit den Bedürfnisse oder der Betreuung der Kinder vereinbar ist. Von zu niedrigen Regelsätzen für Kinder mal ganz zu schweigen. Damit will ich mich nicht abfinden. Das will ich ändern.

Altersarmut bekämpfen: Die gesetzliche Rente hat die Aufgabe, den Einkommensausfall im Alter abzusichern. Bei langjähriger Einzahlung muss die Mindestrente über der Grundsicherung liegen. Es darf nicht sein, dass man nach einem langen Arbeitsleben Angst vor Altersarmut hat.

YOUNECT: Als Sie Kind waren, hatten Sie sicher einen Berufswunsch/ Traumberuf. Welcher war das und was machte für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Bärbel Bas: Mein Traumberuf war technische Zeichnerin zu werden. Komplexe Gebäude zu zeichnen fand ich damals faszinierend.

YOUNECT: Für welchen Berufsweg haben Sie sich dann entschieden? Haben Sie diesen Beruf in einer Ausbildung oder in einem Studium erlernt? Oder Sind Sie ein Quereinsteiger?

Bärbel Bas: Leider habe ich damals in den 80er Jahren keinen Ausbildungsplatz als Technische Zeichnerin bekommen. Nach 80 Bewerbungen habe ich dann einen anderen Ausbildungsberuf ergriffen.

YOUNECT: Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich ausgerechnet für diesen Beruf entschieden haben?

Bärbel Bas: Die erste Ausbildung zur Bürogehilfin war Zufall. Mein Vater arbeitet als Busfahrer in diesem Unternehmen und riet mir, mich doch einfach mal zu bewerben. So kam ich an einen Ausbildungsplatz zur Bürogehilfin.

YOUNECT: Wie haben Sie ihre Ausbildung erlebt? Fällt Ihnen vielleicht eine Besonderheit oder eine Anekdote aus ihrer Ausbildungszeit ein?

Bärbel Bas: Ich habe mich relativ früh während der Ausbildung für Probleme anderer Auszubildender interessiert und nach Lösungen gesucht. So wurde ich schnell Jugend- und Auszubildendenvertreterin, später Betriebsrätin.

YOUNECT: Vielen Dank Frau Bas, für viele spannende Antworten auf einige unserer Fragen. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre persönlcihe und berufliche Zukunft.