Carsten Müller, CDU, wollte große Fahrzeuge führen, bevor er sein Interesse für komplexe Finanzsysteme entdeckte

Ich möchte Ihnen heute unser Interview mit Herrn Müller von der CDU vorstellen. Auch er nahm isch die Zeit, alle unsere Fragen ausführlich zu beantworten:

YOUNECT: Bitte stellen Sie sich doch kurz vor. Wie heißen Sie? Wer sind Sie? Und welche Position besetzten Sie derzeit?

Carsten Müller: Mein Name ist Carsten Müller. Ich bin in Braunschweig geboren und zur Schule gegangen. Nach dem Abitur habe ich nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann das Studium und das Referendariat zum Rechtsanwalt absolviert. Beruflich war ich für die Deutsche Bank, als Geschäftsführer eines Ingenieurbüros sowie eines mittelständischen Fleisch- und Wurstunternehmens tätig und bin selbständiger Rechtsanwalt. Ich bin seit 2005 Mitglied des Bundestags und arbeite dort im Petitionsausschuss, im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und als stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss mit. In meiner Partei, der CDU, bekleide ich die Ämter des stellvertretenden Kreisvorsitzenden in Braunschweig und des Schatzmeisters im Landesverband Braunschweig. Außerdem engagiere ich mich seit 1991 als Ratsherr im Rat der Stadt Braunschweig und bin dort stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion.

YOUNECT: Welcher Partei gehören Sie an und was sind deren wichtigste Ziele?

Carsten Müller: Ich bin seit 1986 Mitglied in der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU). Die CDU bekennt sich zu den Grundwerten Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit sowie zum christlichen Menschenbild. Sie hat konservative, liberale und christlich-soziale Wurzeln. Sie strebt eine Chancengesellschaft an, in der die Bürger frei und sicher leben können.

YOUNECT: Als Sie Kind waren, hatten Sie sicher einen Berufswunsch/ Traumberuf. Welcher war das und was machte für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Carsten Müller: Meine Favoriten waren: Lokomotivführer, Feuerwehrmann, Müllwerker – hier kann man große Fahrzeuge führen.

YOUNECT: Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich dann ausgerechnet für eine Ausbildung als Bankkaufmann entschieden haben?

Carsten Müller: Die Gründe waren mein Interesse am komplexen Finanzsystem und am analytischen Ansatz der Rechtswissenschaften.

YOUNECT: Wie haben Sie ihre Ausbildung erlebt? Fällt Ihnen vielleicht eine Besonderheit oder eine Anekdote aus ihrer Ausbildungszeit ein?

Carsten Müller: Die Ausbildung war eine spannende Zeit, in der ich viel gelernt habe und an die ich gerne zurück denke. Besonders hat mich der Einsatz in den neuen Bundesländern kurz nach der Wende beeindruckt, da diese Zeit von Aufbruch und Aufbau geprägt war.

YOUNECT: Wenn Sie mit Ihren heutigen Erfahrungen und Kenntnissen noch einmal als Jugendlicher beginnen könnten, würden Sie den gleichen beruflichen Weg wieder einschlagen oder etwas ändern?

Carsten Müller: Ich bin mit meinem beruflichen Werdegang zufrieden.

YOUNECT: Was ist Ihrer Meinung nach gut an Ihrem Beruf? Und was stört Sie?

Carsten Müller: Die Vielseitigkeit und Abwechslung der Anwaltstätigkeit macht sie spannend.

YOUNECT: Wem würden Sie ihren Beruf weiter empfehlen? Was müsste diese Person mitbringen?

Carsten Müller: Durchhaltevermögen und Abstraktionsfähigkeit sind gute Voraussetzungen.

YOUNECT: Gibt es Vorurteile über ihren Berufszweig, mit denen Sie gern aufräumen würden?

Carsten Müller: Nicht alle Rechtsanwälte sind klagewütige Besserwisser und Langweiler.

YOUNECT: Wir denken, dass zukünftig ein immer umfassenderes Informations- und Beratungsangebot für Schüler und Schulabgänger unbedingt nötig sein wird. Was denken Sie darüber? Wer sollte diese Aufgaben wahrnehmen? Und was halten Sie von der Online-Plattform YOUNECT, die Jugendlichen eben diese Hilfestellungen geben möchte?

Carsten Müller: Berufsorientierung muss zunächst in den Schule ansetzen. Wenn das Interesse der Schüler geweckt ist, sollten sie auf weitere Orientierungsmöglichkeiten zurückgreifen können, die sie auch selbständig besuchen können. Da bieten Internetplattformen, wie YOUNECT, eine gute Möglichkeit.

YOUNECT: Was halten Sie von der Einführung eines verpflichtenden Schulfaches zur Berufsorientierung, das zukünftig bayrische Gymnasiasten bei der Berufswahl unterstützen soll?

Carsten Müller: Ich halte verstärkte Anstrengungen zur Berufsorientierung für wichtig. Dies muss allerdings nicht zwingend in einem extra Schulfach geschehen, sondern könnte auch innerhalb von Projekttagen o.ä. durchgeführt werden. Diese Entscheidungen müssen die Landesregierungen treffen.

YOUNECT: Welche Angebote zur Berufsorientierung sollte es für Jugendliche außerdem (oder stattdessen) geben? Kennen Sie andere Projekte, Stiftungen, Vereine oder Unternehmen, die Jugendliche bei dieser Aufgabe unterstützen?

Carsten Müller: Neben dem umfangreichen Angebot der Berufsinformationszentren (BIZ) gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Projekten, die von Bundesländern, Vereinen, Stiftungen und Unternehmen ins Leben gerufen wurden. Ich halte es für sinnvoll die Kooperation dieser Projekte mit den Schulen zu intensivieren, denn ich sehe das Hauptproblem der Berufsfindung in einem Mangel an Information über die (Beratungs-)Möglichkeiten.

YOUNECT: Ist Ihnen das Problem des Bewerbermangels auf dem Ausbildungsmarkt bekannt? Kennen Sie selbst vielleicht auch Ausbildungsbetriebe, die ihre Ausbildungsplätze (noch) nicht besetzten konnten? Wer wäre für uns der richtige Ansprechpartner in diesem Unternehmen, der sich diesem Problem widmet?

Carsten Müller: Der krisenbedingte Mangel an Ausbildungsplätzen ist bis jetzt glücklicherweise geringer ausgefallen als erwartet. Die geringere Zahl der Schulabgänger hat dazu beigetragen. Ich habe keine aktuellen Informationen darüber, welche Braunschweiger Unternehmen derzeit noch über freie Ausbildungsplätze verfügen. Es gibt jedoch die Möglichkeit über Lehrstellenbörsen an diese Information zu gelangen. Lehrstellenbörsen werden beispielsweise von der Braunschweiger Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Bundesagentur für Arbeit angeboten. Die Stadt Braunschweig bietet zudem eine Praktikumsbörse an.

YOUNECT: Was werden Sie und Ihre Partei gegen das Problem des Ungleichgewichts von Bewerbern und Ausbildungsplätzen tun? Was werden Sie für eine bessere Berufsorientierung tun?

Carsten Müller: Neue Ausbildungsplätze bleiben auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten unser vorrangiges Ziel. Wir wollen den erfolgreichen Ausbildungspakt mit der Wirtschaft über 2010 hinaus fortführen. Jeder junge Mensch muss die Chance auf einen Ausbildungsplatz erhalten. Das bewährte duale System wollen wir durch die kontinuierliche Fortentwicklung der Ausbildungsberufe an veränderte wirtschaftliche und technologische Anforderungen anpassen. Für die Schaffung von Ausbildungsplätzen ist eine Stärkung der Wirtschaftsunternehmen, insbesondere der mittelständischen Betriebe, nötig.

YOUNECT: Vielen Dank Herr Müller, dass auch Sie unserer Bitte gefolgt sind, unseren Yousern einen Einblick in Ihren persönlichen Bildungsweg zu geben und auch über ihre bildungspolitischen Ziele zu sprechen. Für Ihre berufliche wie auch private Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute!