Kultur, Wissenschaft, Bildung sind ihre Themen in der Politik und im Beruf, Prof. Monika Grütters, CDU

Prof. Monika Grütters ist als gebürtige Westfalin aus Münster eine der bekanntesten Politikerinnen in der Berliner CDU. Sie empfiehlt jungen Menschen, sich mit Politik zu beschäftigen, da die Demokratie vom politischen Engagement der Menschen lebt. Wie ist sie selbst zu einer leidenschaftlichen Politikerin geworden, die Menschen direkt helfen möchte? Danke für Ihre Antworten, Frau Grütters.

YOUNECT: Bitte stellen Sie sich doch kurz vor: Wie heißen Sie? Wer sind Sie? In welchem Beruf arbeiten Sie? Was sind Ihre Ziele?

Monika Grütters: Mein Name ist Monika Grütters. Ich bin 47 Jahre alt, ledig und habe Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften studiert. Seit 2005 bin ich Mitglied des Deutschen Bundestages, vorher war ich zehn Jahre lang Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Neben meinen politischen Mandaten bin ich außerdem als Vorstand der Stiftung „Brandenburger Tor“ sowie als Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin tätig.

YOUNECT: Welcher Partei gehören Sie an und was sind deren wichtigste Ziele?

Monika Grütters: Ich bin seit 1980 Mitglied der CDU. Die Fundamente unserer Politik sind die Orientierung am christlichen Menschenbild und an der Sozialen Marktwirtschaft. Wir glauben an die Fähigkeiten und Potentiale jedes einzelnen Menschen, und wir möchten, dass jeder Mensch die Chance erhält, diese Fähigkeiten auch in Freiheit zu entfalten. In unserem Land vollbringen viele Menschen ohne viel Aufhebens jeden Tag großartige Leistungen: Sie ziehen ihre Kinder groß, sie arbeiten hart und sie kümmern sich ehrenamtlich um diejenigen, denen es nicht so gut geht. Für diese Menschen setzen wir uns ein. Wir wollen, dass ihre Leistungen anerkannt und belohnt werden und nicht vom Staat durch überhöhte Steuern noch bestraft werden.

YOUNECT: Als Sie Kind waren, hatten sie sicher einen Berufswunsch/Traumberuf. Welcher war das und was machte für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Monika Grütters: Ich wollte Ärztin werden, ganz nach dem Vorbild meines Vaters.

YOUNECT: Für welchen Berufsweg haben Sie sich dann entschieden? Haben Sie diesen Beruf in einer Ausbildung oder in einem Studium erlernt? Oder sind Sie Quereinsteiger?

Monika Grütters: Eine Ausbildung oder ein Studium, das einen für den Beruf der Politikerin qualifiziert, gibt es nicht. Ich war schon immer sehr an Kunst und Kultur interessiert, deshalb habe ich mich nach dem Abitur entschlossen, Kunstgeschichte zu studieren. Dass ich später mal die Politik zu meinem Hauptberuf machen könnte, war damals für mich gar nicht vorstellbar, obwohl ich mich immer politisch engagiert habe. Insofern bin ich tatsächlich eine Quereinsteigerin. Nach meinem Studium bin ich nach Berlin gezogen und habe zunächst in verschiedenen Kultureinrichtungen (Museen, Verlage) gearbeitet, bevor ich als Pressesprecherin in die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung gewechselt bin. Dort wurde ich dann angesprochen, ob ich als CDU – Mitglied nicht auch für diese, meine Partei für das Abgeordnetenhaus kandidieren möchte. Das war der Ausgangspunkt meiner „politischen Karriere“ , deren eigentlichen Beginn ich selbst also gar nicht initiiert habe.

YOUNECT: Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich ausgerechnet für diesen Beruf entschieden haben?

Monika Grütters: An dieser Stelle ist es notwendig, darauf hinzuweisen, dass ich neben dem politischen Mandat meinen Beruf weiterausgeübt habe. Ich bin Bundestagsabgeordnete, Vorstandsvorsitzende einer Kulturstiftung und Hochschuldozentin. Kultur, Wissenschaft und Bildung sind meine Themen sowohl in der Politik als auch im Beruf. Es war für meine Berufswahl immer entscheidend, meinen Neigungen im Beruf zu folgen. Das ist für mich zu einem erfüllenden Lebens –und Berufskonzept geworden, das ich so allen Berufsanfängern nur empfehlen kann.

YOUNECT: Wie haben Sie Ihre Ausbildung erlebt? Fällt Ihnen vielleicht eine Besonderheit oder Anekdote aus Ihrer Ausbildungszeit ein?

Monika Grütters: Ich habe mein Studium als sehr anregend und natürlich als äußerst lehrreich empfunden. Von den Diskussionen mit den DozentInnen und den Mitstudierenden habe ich persönlich sehr profitiert. Ich denke, dass man erst durch die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Vorstellungen in der Lage ist, wirklich eigene Ideen und Interessen zu entwickeln. In dieser Hinsicht hatte das Studium ein prägende Wirkung für mich.

YOUNECT: Wenn Sie mit Ihren heutigen Erfahrungen und Kenntnissen noch einmal als Jugendlicher beginnen könnten, würden Sie den gleichen beruflichen Weg wieder einschlagen oder noch einmal etwas ändern?

Monika Grütters: Ich habe das große Glück, meine persönlichen Leidenschaften im Berufsleben mit spannenden und abwechslungsreiche Aufgaben kombinieren zu können, daher würde ich mit Sicherheit denselben Weg noch einmal einschlagen.

YOUNECT: Was ist Ihrer Meinung nach gut an ihrem Beruf? Und was stört Sie?

Monika Grütters: Als Bundestagsabgeordnete kann ich Menschen direkt helfen und wichtige gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitgestalten. Enttäuscht bin ich über pauschale Vorurteile (siehe unten), die einem als Politiker doch recht oft begegnen. In der Stiftung habe ich die Chance, kreativ zu sein und mich mit unterschiedlichen Kunstrichtungen und Künstlern auseinanderzusetzen. Die immer gleiche Hektik kurz vor einer Ausstellungseröffnung ist angesichts dessen nur ein kleiner Wehrmutstropfen. Bei meiner Arbeit als Hochschuldozentin freue ich mich immer wieder darüber, mit vielen jungen Leuten diskutieren zu können. Ich gewinne dabei oft neue Einsichten und lerne unheimlich viel dazu.

YOUNECT: Wem würden Sie Ihren Beruf weiter empfehlen? Was müsste diese Person mitbringen?

Monika Grütters: Ich kann jedem jungen, wachen und wissbegierigen Menschen nur empfehlen, sich mit Politik zu beschäftigen. Unsere Demokratie lebt vom politischen Engagement der Menschen in Deutschland. Dabei muss man nicht das Ziel verfolgen, die Politik zum Beruf zu machen. Wer die nötige Leidenschaft mitbringt, der kann an vielen Stellen in der Gesellschaft viel bewegen.

YOUNECT: Gibt es Vorurteile über Ihren Berufszweig, mit denen Sie gerne aufräumen würden?

Monika Grütters: Ja, viele Menschen denken, dass Politiker faul sind und ihren Beruf nur ausüben, um die damit zusammenhängenden „Privilegien“ genießen zu können. Das ist ein Vorurteil, das ich in der Praxis nicht bestätigt sehe. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen arbeiten unheimlich hart, um den Menschen im Land zu helfen. Natürlich machen auch Politiker Fehler, aber gerade das große Engagement von Politikern, die oft eine 70 Stunden-Woche haben, findet aus meiner Sicht leider oft genug nicht die verdiente Anerkennung.

YOUNECT: Wir bedanken uns bei Ihnen Frau Prof. Grütters und wünschen Ihnen für Ihre persönliche und berufliche Zukunft alles erdenklich Gute. Auf dass Sie Kultur, Wissenschaft und Bildung weiterhin kraftvoll vertreten und Menschen direkt helfen können.