Prominente Studienabbrecher – Mangelnde Berufsorientierung oder glückliche Zufälle?

Selbst unter Deutschlands bekanntesten Persönlichkeiten gibt es einige, die ihr Studium oder ihre Ausbildung abbrachen und den Berufsweg anders als geplant fortsetzten. Das mag bei Vielen daran gelegen haben, dass glückliche Umstände und Zufälle Chancen boten, denen man nur schwer widerstehen konnte. Bei anderen widerum scheint der geplante Berufsweg auch aus Mangel an Vorwissen und falschen Erwartungen gescheitert zu sein. Wer kann denn auch ahnen, dass ein BWL mit Zahlen zu tun hat??? 😉

Die im Folgenden aufgeführten Beispiele sollen zwar zum Einen zeigen, dass ein Abbruch des Studiums auch eine nur vorrübergehende Niederlage sein kann und kein Grund zum Aufgeben sein muss. Zum anderen möchte ich aber auch verdeutlichen, dass man mit ein wenig mehr Vorwissen über den angestrebten Beruf viel Zeit und Nerven sparen kann.

Kai Pflaume

Kai Pflaume (Flirt-Experte):

Soldat, Informatiker, Laufstegmodel, Aktienhändler – Bevor Pflaume auf abenteuerlichen Wegen TV-Allzweckmoderator wurde, schmiss er Studium, Lehre, Beruf. YOUNECT warnt: Das hätte auch schief gehen können. Nicht immer geht probieren über studieren!

Stefan Raab (Multi-Talent: Moderator, Musiker, Metzger, Profi-Wok-Fahrer,…)

Ein Jahr nach seinem bestandenen Abitur begann Stefan Raab in Köln und Bielefeld Jura zu studieren. Fünf Semester hielt er es aus an der Uni, dann war Schluss mit lustig. Eine parallel absolvierte Metzgerausbildung im Betrieb seiner Eltern schloss er mit „sehr gut“ ab und wurde als „Bezirksbester“ ausgezeichnet. Arbeiten tut Herr Raab aber auch in diesem Beruf nicht. Er richtete sich ein Tonstudio ein, produzierte beispielsweise Werbejingles und Swing-Arrangements für das RIAS-Orchester – alles ohne musikalische Ausbildung. Auch heute meldet er sich noch regelmäßig mit musikalischen Projekten, hauptsächlich ist er aber für seine TV-Karriere bekannt: Seine eigene  Show läuft seit gefühlten Jahrhunderten mehr als erfolgreich im deutschen Fernsehen. Sein Basiswissen in Jura wird ihm wohl auch dabei das eine oder andere Mal geholfen haben. Wirklich geplant scheint der gute Herr Raab sein Leben nicht zu haben. Den großen Erfolg verdankt er sicher auch ein paar glücklichen Zufällen. Zum Nachmachen eignet sich dieser Lebenslauf also nur bedingt…

Bill Gates (Milliardär)

Der reichste Mann der Welt brach 1975 sein Studium an der Harvard Universität ab. Er lernte Steve Ballmer kennen und gründete mit ihm die Firma Microsoft. Was lernen wir daraus? Wenn schon abbrechen, dann wenigstens vorher mit den richtigen Leuten anbändeln. Unsere Empfehlung bleibt trotzdem: Mit einem Abschluss in der Tasche bleibt immer noch Zeit zum Experimentieren…

Steven Spielberg (Regisseur)

Nach über drei Jahrzehnten Studienunterbrechung holte Star-Regisseur Steven Spielberg mit 55 Jahren seinen Abschluss in Filmkunst nach. Streng genommen, gehört er also gar nicht zu den Studienabbrechern. Während seines Studiums an der University of Southern California legte Mr. Spielberg nur ein kurzes Päuschen ein, um sich ein paar Preise, Pokale und Ehrungen zu sichern, bevor er sich besann: Besser spät als nie dachte er sich wohl, als er seinen Bachelor in Filmkunst schließlich doch noch bekam. Respekt für soviel Durchhaltevermögen!

Mick Jagger (Rockstar)

Der Rocksänger flog einst wegen Schwänzens vom Dartford Technial College, das er ab 1956 besucht hatte. Er begann ein Bachelorstudium an der London School of Economics, ließ es aber zugunsten der Rolling Stones sausen. Glück gehabt! Aber liebe Kinder, bitte nicht nachmachen!

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Charles Darwin

Charles Darwin (Evolutionsbiologe)

Der wohl bedeutendste Evolutionsbiologe überhaupt studierte einige Zeit lang Medizin. Der Abbruch war einer recht profanen Tatsache geschuldet: Darwin kam mit den grausamen Operationen nicht zu Recht. Damals gab es noch keine Narkose. Wer weiß, wie weit wir heute wären, wenn die Narkose zuvor erfunden worden wäre?! Vielleicht wäre Herr Darwin dann „nur“ Arzt geworden und keiner hätte uns über Genetik und die natürliche Auslese aufgeklärt…

Günther Jauch (Moderator)

In München studierte der Moderator von »Wer wird Millionär« Politik und Neue Geschichte. Zu Ende brachte er dieses Studium zwar nicht, erfolgreich ist er trotzdem. Ob er wohl deswegen lieber Fragen stellt, als Antworten zu geben?

Herbert Grönemeyer (Musiker)

In den Hallen der Uni Bochum dachte sich Herr Grönemeyer irgendwann »Was soll das?«. Musikwissenschaften und Jura waren für ihn genauso wenig interessant wie der zweite Versuch des Studiums an der Musikhochschule Köln.

Jürgen Drews (König)

Ja, der Schlagerstar, der seit Jahrzehnten über „Ein Bett im Kornfeld“ singt und deutsche Ballermänner zum Dauermitgrölen animiert hat einst studiert: 2 Jahre Medizin in Kiel. Er eiferte seinem Vater nach, der als Arzt in Schleswig eine eigene Praxis hatte. Mit einem mühsam erarbeiteten Abitur und großen Problemen in Chemie und Physik sollte er dabei weit weniger erfolgrecih sein, als sein Vater. Hätte ihm vielleicht jemand sagen sollen, dass man Berufswege eher nach eigenen Interessen und Kompetenzen als nach den Wünschen der Eltern wählt? Nach vier Semestern schmiss er das Medizinstudium und besann sich auf sein blaues Blut. Was dann kam, kenn wir alle…

Til Schweiger (Schönling)

Dass jemand Tiere wie »Keinohrhasen« zu kennen meint, ist an der Universität wohl nicht so gut angekommen. Medizin- und Germanistikstudium wichen der Schauspielschule. Heute ist der Frauenschwarm nicht nur vor der Kamera, sondern auch hinter den Kulissen schwer erfolgreich.

Brad Pitt (Ehemann von Angelina Jolie)

Zwei Jahre lang studierte Brad »The Face« Pitt Journalismus, dann schlug er einen anderen Weg ein: Er wurde berühmt, reich und heiratete Angelina Jolie. So geht’s auch. …mit etwas Glück!

Barbara Schöneberger

Barbara Schöneberger (Moderatorin & Sängerin):
Die Moderatorin und Sängerin schleppte sich in Augsburg durch stolze zehn Semester Soziologie, Kommunikationswissenschaften und Kunstgeschichte. In ihrer Zwischenprüfung erhielt sie eine beeindruckende Note 1,0. Dann nahm Schöneberger trotzdem Reißaus – „man läuft eigentlich wie ein Huhn mit abgeschlagenem Kopf durch die Uni“ berichtete sie gegenüber dem SPIEGEL. Rückblickend empfindet sie ihr Studium als viel zu praxis- und realitätsfremd. Kein Berufstätiger erzählte mal im Hörsaal, was er die ganze Zeit macht und wie er dahin gekommen ist.  So fand Schöneberger keinen Bezug zu irgendeiner Art von Beruf. „Warum muss ich das überhaupt wissen und wie kann ich das anwenden? Ich fürchte, man kann es gar nicht anwenden. Man kann damit nur auf irgendwelchen Stehpartys posen.“ dachte sie sich oft. Sicher finden sich in ihrem heutigen Leben so einige Gelegenheiten dafür – so ist das viele Wissen jetzt doch zu etwas nutze! 😉

Foto Barbara Schöneberger: Raimond Spekking – License: cc-by-sa-3.0

Heike Makatsch (Schauspielerin):

Nach vier Semestern Medienwissenschaften, Politik und Soziologie brauch Frau Makatsch ihre Universitäts-Karriere ab. Heute erinnert sie sich laut SPIEGEL nur noch an die langweiligen Empiriekurse. Auch die anschließende Schneiderlehre brach sie ab.

Barbara Eligmann (explosive und clevere Moderatorin):

Nach nur drei Wochen schmiss sie das Wirtschaftsstudium in Osnabrück, weil Statistik und EDV sie abschreckten. Etwas mehr Berufsorientierung hätte sicher nicht geschadet…