Sitzenbleiben oder nicht, das ist hier die Frage

Auch wenn das Schuljahr 09/10 noch nicht so alt ist, dass man sich jetzt schon Sorgen darüber machen müsste, wurde in den letzten Tagen das Thema Sitzenbleiben heiß diskutiert. Der Hintergrund ist eine Studie, die im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt wurde. Doch der Grund für diese Diskusion ist leider nicht das Wohl der Kinder. Vielmehr geht es – wie so oft im Leben – um Geld.

Die Welt Kompakt titelte in ihrer Freitagsausgabe „Sitzenbleiben ist nutzlos und teuer“. Genau daher weht der Wind.

Jährlich sollen Sitzenbleiber 931 Millionen Euro kosten. Dabei wurden zusätzlicher personeller Aufwand, Sachaufwand und Investitionsausgaben betrachtet. Sollte es nicht vielmehr darum gehen, dass festgestellt wurde, dass Wiederholer kaum merklich bessere Leistungen erzielen? Maximal in dem Jahr, welches sie wiederholen wird eine Leistungssteigerung festgestellt, die jedoch schon im darauffolgenden Jahr wieder auf den Ausgangswert zurück fällt. Als Lösung des Problemes sollte besser auf jeden Schüler eingegangen werden, da jeder Schüler anders lernt, so sagte es Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung.

Erschreckend sind die Zahlen (die von der Welt Kompakt veröffentlicht wurden).

  • Im Schuljahr 2007/2008 mussten rund 250.000 Schüler die Klasse wiederholen.
  • 23,1% aller 15 Jährigen haben in ihrer Schulzeit mind. ein mal eine Klasse wiederholen.
  • Realschulen liegen an erster Stelle bei Wiederholungen (5%), in Grundschulen liegt die Wiederholerrate bei 1,3% liegt
  • Wiederhulungsquoten schwanken in den Bundesländern zwischen 1,7% in Baden-Württemberg bis zu 3,6% in Bayern.
  • Bei den 15 Jährigen liegt die Quote bei 14,5% in Brandenburg und 43,0% in Schleswig-Holstein

Nach einer Forsa-Umfrage aus dem Jahre 2006 schätzen 66% der Befragten das Wiederholen einer Klasse als sinnvoll ein. Ist das immernoch so? Wir würden es gerne wissen:

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