Wenn die Blicke der anderen 249 hätten töten können..

Kelber_Ulrich_100x140_72dpi …dann wäre Deutschland heute  um einen tier- und familienfreundlichen Politiker ärmer. Ulrich Kelber, selbst Vater von 5 Kindern, interessiert sich aber nicht nur für Familie und Tierschutz, sondern auch für Technik. Lest selbst!

YOUNECT: Bitte stellen Sie sich doch kurz vor:Wie heißen Sie?Wer sind Sie? In welchem Beruf arbeiten Sie? Welche Position besetzen Sie genau?

Ulrich Kelber: Mein Name ist Ulrich Kelber. Seit dem Jahr 2000 vertrete ich Bonn im Deutschen Bundestag. Ich bin stellvertretender Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion. Mein Aufgabenbereich umfasst die ThemenVerbraucherschutz, Energie, Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft.Wichtig ist mir außerdem der Erhalt und die Förderung des Bonner Standortes für Telekommunikation, Post und Forschung. Ich bin 41 Jahre alt, verheiratet und habe fünf Kinder. Vor meiner Zeit im Bundestag habe ich in meinem Beruf als Informatiker in Forschung (Fraunhofer) und der Privatwirtschaft gearbeitet.

YOUNECT: Welcher Partei gehören Sie an und was sind deren wichtigste Ziele?

Ulrich Kelber: Ich bin Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Wir wollen Gute Löhne für gute Arbeit – und zwar für alle! Wir wollen den gesetzlichen Mindestlohn durchsetzen. Und eine Arbeitsversicherung, die schon im Job hilft, Arbeitslosigkeit zu vermeiden – zum Beispiel durch Weiterbildung. Wir streiten für eine erstklassige Bildung ohne Gebühren, weil Alle das Recht auf Bildung haben – von der Kita bis zur Uni. Das sichert Lebenschancen. Schon heute arbeiten vieleMenschen im Bereich der Neuen Energien. Das fördern wir weiter. Klimaschutz mit sicherer Energiestatt gefährlicher Atomkraft ist unser Ziel.Wir setzen uns für gleichen Lohn für gleiche Arbeit undmehr Chancen für Frauen zum Aufstieg in Führungspositionen ein. Wir wollen klare Regeln für dieFinanzwirtschaft und Investitionen statt Spekulationen durchsetzen.

YOUNECT: Als Sie Kind waren, hatten Sie sicher einen Berufswunsch/ Traumberuf. Welcher war das und was machte für Sie den Reiz an diesem Beruf aus?

Ulrich Kelber: Ich wollte Astronaut werden. Technik und Abenteuer haben mich gereizt.

YOUNECT: Für welchen Berufsweg haben Sie sich dann entschieden? Haben Sie diesen Beruf in einer Ausbildung oder in einem Studium erlernt? Oder Sind Sie ein Quereinsteiger?

Ulrich Kelber: Ich bin der Technik treu geblieben und habe Informatik auf Diplom studiert. Einige Jahre bin ich dannauch noch in derWissenschaft geblieben.

YOUNECT: Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich ausgerechnet für diesen Beruf entschieden haben?

Ulrich Kelber: Meine Faszination für Computer und Robotik.

YOUNECT: Wie haben Sie ihre Ausbildung erlebt? Fällt Ihnen vielleicht eine Besonderheit oder eineAnekdote aus ihrer Ausbildungszeit ein?

Ulrich Kelber: Schule ist mir leicht gefallen, das Studium war eine Zeit der Freiheit. Eine Anekdote: 250 Studierendewollten ein bestimmtes Praktikum haben und saßen alle im Saal, wo die 20 Plätze ausgelost werden sollten. Da stellt sich der Professor, bei dem ich eine Woche vorher eine Prüfung hatte, nach vorneund sagt: Ein Platz geht an den Herrn Kelber, der interessiert sich wirklich für das Thema.Wenn die Blicke der anderen 249 hätten töten können…

YOUNECT: Wenn Sie mit Ihren heutigen Erfahrungen und Kenntnissen noch einmal als Jugendlicherbeginnen könnten, würden Sie den gleichen beruflichen Weg wieder einschlagen oder etwas ändern?

Ulrich Kelber: Ja, ich bereue nichts. Das Studium, die Zeit in der Wissenschaft, mein Job in einem privatenUnternehmen. Und heute die Zeit als Bundestagsabgeordneter.

YOUNECT: Was ist Ihrer Meinung nach gut an Ihrem Beruf? Und was stört Sie?

Ulrich Kelber: Ich kann wirklich gestalten. Die Bonnerinnen und Bonner haben mich direkt zu ihrem Vertreter in Berlin gewählt. Das gibt Motivation und Kraft für Arbeitsplätze und Kindergartenplätze, für gute Straßen und Schienen zu arbeiten. Wir bauen Bonn zu einer Internationalen Stadt aus, in der Vereinte Nationen, die Erneuerbare-Energien-Agentur, Entwicklungszusammenarbeitsorganisationen und viele mehr sich ansiedeln. Gemeinsam mit vielen Menschen daran weiterzuarbeiten, motiviert mich. Die Vorurteile gegenüber Politikern stören mich!Warum werden nicht einzelne Menschen beurteilt?

YOUNECT: Wem würden Sie ihren Beruf weiter empfehlen?Was müsste diese Person mitbringen?

Ulrich Kelber: Er müsste zu harter Arbeit von vierzehn bis achtzehn Stunden am Tag bereit sein. Er müsste Menschen mögen und auf sie zugehen können. Und er müsste bereit sein, jeden Tag hinzu zu lernen.

YOUNECT: Gibt es Vorurteile über ihren Berufszweig, mit denen Sie gern aufräumen würden?

Ulrich Kelber: Ja. Mich stört, dass PolitikerInnen nachgesagt wird, sie würden zuwenig tun und zuviel verdienen. Das Gegenteil ist der Fall. Meine KollegInnen und ich sind fast rund um die Uhr „im Dienst“. Anders als in anderen Berufen, hört Politikersein nämlich nicht mit verlassen des Büros auf. Auf der Straße, am Telefon, in den Bürgersprechstunden gibt es immer Anliegen, die gehört werden wollen. Das ist Teil unserer Aufgabe und dafür ist unser Gehalt auch angemessen.