Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter problematisch – das Handwerk reagiert

Die jüngsten Schätzungen aus dem Bereich der Metall- und Elektroindustrie verheißen nichts Gutes für die Entwicklungen am Ausbildungsmarkt: Im Artikel „Ausbildungsplätze brechen weg“ berichtet N-TV auf seiner Internetseite, dass in diesem Jahr die Zahl der Ausbildungsplätze um mindestens 10% sinken wird.

Die Industriegewerkschaft IG Metall macht die Wirtschaftskrise und den Nachwuchsmangel für die sinkende Zahl der Ausbildungsplätze verantwortlich. Bundesregierung, Arbeitgeber und Bundesagentur für Arbeit hätten es versäumt gegenzusteuern. Bereits im Ausbildungsjahr 2009 war die Zahl der Ausbildungsverträge drastisch gesunken.

Die Industriegewerkschaft fordert nun, dass die Ausbildungen anders finanziert werden, beispielsweise über Branchenfonds, um die Abhängigkeit von der Wirtschaftslage abzufedern.

Doch auch wenn die wirtschaftliche Krisenstimmung schon bald zurück gehen wird, sind die Aussichten auf dem Ausbildungsmarkt nicht gerade rosig. Viele Unternehmen beklagen sich nicht nur über den Rückgang an Bewerbern, sondern auch über mangelnde Qualifikation der Jugendlichen. Viele können auf Grund mangelnder Kompetenzen den Anforderungen eines Ausbildungsplatzes nicht gerecht werden. Nach Angaben der Handwerkskammer blieben auch im Jahr 2009 rund 10.000 Ausbildungsstellen im deutschen Handwerk unbesetzt.

Arbeitgeber müssten sich immer stärker um Nachwuchskräfte bemühen, heißt es in einem entsprechenden Artikel der FR-online. Angesichts rapide sinkender Bewerberzahlen sollte die Wirtschaft „eigentlich komplett umdenken und sich jetzt Nachwuchskräfte sichern“, meint die IG Metall. Das aber habe sie 2009 versäumt. Die Hinweise von Betriebsräten, auf einen drohenden Nachwuchsmangel „wurden nicht beachtet“.

Also positives Beispiel geht jedoch die Handwerkskammer nun voran und finanziert eine millionenschwere Imagekampagne. Die Frankenpost berichtet, dass über einen Zeitraum von 5 Jahren zahlreiche TV-Spots, Radio- und Anzeigenkampagnen sowie umfangreiche Internetpräsenzen helfen sollen, das Handwerk bei den Jugendlichen wieder ins rechte Licht zurücken. Ziel der Kampagne ist nicht nur, das Handwerk als bedeutenden Wirtschaftszweig zu präsentieren, sondern auch den Nachwuchs für die Zukunft zu sichern. So soll auch das oft nicht mehr zeitgemäße Bild vom Handwerk an die Realität des modernen Wirtschaftszweigs angepasst werden.