Wo bekommen Jugendliche Berufsorientierung? (Teil 1)

Wie versprochen möchte ich nun endlich die Ergebnisse unserer Umfrage unter fast 400 Jugendlichen berichten. Wir wollten von Schülern und Schülerinnen wissen, an wen sie sich wenden, wenn sie Informationen über Berufe und Ausbildungsplätze brauchen. Weiterhin fragten wir danach, welche Personen, Institutionen, Medien und Internetportale als besonders hilfreich eingestuft werden und wofür die einzelnen Kanäle gezielt genutzt werden. Und die Teilnehmer unserer Umfrage sorgten für einige Überraschungen…

Zu meiner großen Freude (ein Psychologenherz hüpft schon ein bisschen in die Höhe, wenn es sich mit der statistischen Auswertung großer Datensätze beschäftigen kann) nahmen 391 Jugendliche (156 männlich und 235 weiblich) an der Online-Umfrage teil und beantworteten geduldig meine Fragen. Vertreten waren dabei Schüler und Schülerinnen mit verschiedenen Schulabschlüssen/besuchten Schultypen, wobei den weitaus größten Teil die Gymnasiasten ausmachten. Auf allen später erläuterten Diagrammen ist direkt hinter der Fragestellung immer zu erkennen, wie viele Umfragen-Teilnehmer die jeweilige Frage beantwortet haben, weil nicht alle 391 Jugendliche bis zur letzten Frage durchgehalten haben. Und für all diejenigen, die von Gott nicht mit Adler-Augen beschert wurden noch ein kleiner Tipp: Durch Anklicken der Diagramme, werden diese wie durch Zauberhand vergrößert… :-)

Zunächst interessierte uns, wo unsere Zielgruppe am ehesten nach Informationen zum Thema „Berufsorientierung“ sucht.

Diagramm 1

Diagramm 1

Davon, dass das Internet dabei eine zentrale Rolle zu spielen scheint, dürfte wohl niemand überrascht sein. Auch die Schule sowie das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagentur stellen sich als bedeutsame Quellen in der Berufsorientierung unserer Schüler heraus. Nur etwa die Hälfte der Befragten nannte die Eltern als Quelle von Informationen zur Berufsausbildung.

Damit haben Eltern und Freunde einen ähnlich großen Einfluss auf die berufliche Orientierung der Jugendlichen. Genauere Informationen über die Antworten auf diese Frage sind dem Diagramm 1 zu entnehmen.

In der Antwortkategorie „sonstiges“ wurden von einzelnen Befragten weitere Verwandte (z.B. Onkel, Tante,…) sowie das Jugendamt, Berufsberater, Praktikumserfahrungen, die Bibliothek und Plakate genannt. Auch wenn ich bei der Erstellung der Umfrage nicht selbst darauf gekommen bin, möchte ich mich an dieser Stelle der Idee anschließen, dass man aus Praktika jede Menge wertvolle Erfahrungen und Informationen für die eigene berufliche Orientierung erhalten kann. Ich selbst konnte nach 3 Praktika in verschiedenen Bereichen (unter anderem

eines bei YOUNECT)

bereits einige Entscheidungen darüber treffen, wo ich gern arbeiten würde und welcher Beruf entgegen meinen Erwartungen doch nicht zu mir passt. Liebe Youser, wie geht es euch da?[poll id=“3″]

Da ich (unglaublich weise und schlau, wie ich in meinen jungen Jahren schon bin ;)) bereits im Vornherein davon ausgegangen war, dass sich die meisten Jugendlichen unter anderem auch im Internet über Berufe informieren würden, galt es diese Information noch zu vertiefen. „Wo genau in diesem Inter-Netz findest du denn das?“ würden sich meine Großeltern wohl wundern.

Diagramm 2

Diagramm 2

Ich habe es dann doch etwas anders formuliert und zunächst danach gefragt, welche relevanten Internetportale den Jugendlichen denn bekannt seien, welche sie regelmäßig nutzten und welche sie als besonders hilfreich einschätzten. Es zeigte sich zunächst, dass die beiden Portale der Arbeitsagentur (berufenet.de und planet-beruf.de) besonders verbreitet sind. (Zur Bekanntheit der verschiedenen Prortale siehe Diagramm 2)

Diagramm 2

Diagramm 3

Darüber hinaus kennen viele Jugendliche auch das Portal meinestadt.de, über das man vorallem Stellenanzeigen finden kann. Auch das lila Monster (www.monster.de) schneidet mit seiner Bekanntheit bei den Jugendlich relativ gut ab. Dass „nur“ 298 SchülerInnen das Portal www.YOUNECT.de kannten, verdeutlicht dass wir nicht ausschließlich unsere registrierten Youser zu der Befragung eingeladen hatten. Deutlich aussagekräftiger ist für uns persönlich jedoch die nächste Frage gewesen: Kennen ist ja schön und gut – aber was NUTZEN denn die Jugendlichen tatsächlich? Und da gab es für mein kleines Herzchen schon gleich den nächsten Anlass für einen Hüpfer: Bei der Frage danach, welche Plattform denn regelmäßig genutzt würde, schneidet YOUNECT am besten ab. (siehe Diagramm 3) Die Portale der Arbeitsagentur scheinen ebenfalls recht beliebt zu sein. Deutlich schlechter fällt das Urteil nun für monster und meinestadt.de aus, denn ihre Bekanntheit scheint ihnen in der Zielgruppe der SchülerInnen nicht viel zu nutzen.

Bei der Frage nach den besonders hilfreichen Portalen durften die Jugendlichen maximal 4 Plattformen auswählen. Aus unserer Sicht ist natürlich erfreulich, dass auch hier YOUNECT besonders gut abschnitt. Obwohl wir von Schülern und Schülerinnen aus dem Bekanntenkreis sowie von unseren Youser-Beratern oft negative Stimmen in Bezug auf die Arbeitsagentur-Seiten vernommen hatten, schnitten die Seiten berufenet.de und planet-beruf.de erstaunlich gut ab. (siehe Diagramm 4)

Diagramm 3

Diagramm 4

Insgesamt überraschte mich das etwas jämmerlich anmutende Ergebnis der Portale, die sich ebenso wie YOUNECT speziell auf die Ansprache der Zielgruppe Schüler und Azubis spezialisiert haben. Natürlich werden wir uns jetzt aber nicht zurück lehnen und darauf ausruhen nicht nur bekannter, sondern auch hilfreicher als Einstieg, Azubister und Co zu sein. Gerade um uns weiter zu verbessern und unseren Service in der Berufsorientierung und der Vermittlung weiter zu entwickeln, führen wir in regelmäßigen Abständen Befragungen und workshops durch.

Ebenso verwundert bin ich über den hellen Schein der Plattform jobboerse.de. Nicht dass ich neidisch wäre oder es dem Konkurrenten Mitbewerber nicht gönnen würde… Ich bin lediglich etwas überrascht, dass man es schafft mit 17 Ausbildungsplatz-Stellenangeboten (Stand 28.01.2009) das Herz der Jugendlichen zu erobern. Sollte es denn tatsächlich so einfach sein? Logischer erscheint mir die Erklärung, dass die Befragten „jobboerse.de“ mit der Jobboerse der Arbeitsagentur in Verbindung gebracht haben und lediglich diese Jobbörse so bekannt und beliebt ist. Vielleicht kann da ja mal der ein oder andere Youser Licht ins Dunkle bringen?!

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr/ Sie meinem Herzchen noch weitere Anlässe zum Hüpfen geben würdet, und eine rege Diskussion anzettelt. Vielleicht kann mir mal jemand erläutern, ob sich tatsächlich die Seite www.jobboerse.de so großer Beliebtheit erfreuen kann und ob meine (zugegebenerweise abgeschaute) Meinung, Praktika nutzen der Berufsorientierung geteilt wird. Woher kann man sonst noch Berufsinformationen bekommen? Ist die Arbeitsagentur (und auch ihr Online-Auftritt) tatsächlich so beliebt, wie es unsere Ergebnisse zeigen oder wird Sie nur aus Pflichtgefühl oder wegen ihrer Monopolstellung genutzt? Erfahrt ihr Youser dort wirklich etwas über euch und über interessante Berufe? Werden Ihre Stellenanzeigen dort tatsächlich gefunden, liebe Personaler? Sind Sie mit dem Service schon vollends zufrieden?

Für jegliche Kritik, Anregung und Bestätigung sind wir (mein Herz und ich) euch/Ihnen dankbar und belohnen das schon bald mit dem zweiten Teil der Umfrage-Ergebnisse. Dabei geht es dann vorallem darum, wofür einzelne Quellen und Portale gezielt genutzt werden? Wo suchen Jugendliche nach Stellenanzeigen? Wer kommt ihnen in den Sinn, wenn sie Berufsbeschreibungen benötigen? Wie lernen sie etwas über ihre eigenen berufsrelevanten Stärken und Schwächen?

Bis bald!

Eure Nadine