Wo bekommen Jugendliche Berufsorientierung? (Teil 2)

Wo es einen ersten Teil gibt, sollte zeitnah auch ein zweiter folgen, habe ich mir gedacht… Deswegen möchte ich heute noch mehr spannende Erkenntnisse aus unserer Umfrage unter fast 400 Jugendlichen zum Besten geben. Nach dem es letzte Woche darum ging, wo sich SchülerInnen grundsätzlich über Berufe und Ausbildungsplätze informieren können, gehe ich heut zu Lektion 2 über: WO finden Jugendliche WELCHE Art von Information?

Rückblick

Das Internet spielt eine wesentliche Rolle in der Berufsorientierung von Jugendlichen. Neben dem Internet sind außerdem die Arbeitsagentur, Eltern sowie Freunde relevante Informationsquellen. Innerhalb des Internets gibt es viele Portale, die den Jugendlichen bekannt sind. Wirklich regelmäßig genutzt werden hingegen nur wenige. Als hilfreich eingeschätzt wurden vorallem YOUNECT sowie die Seiten der Arbeitsagentur. (Für ausführlichere Informationen siehe Teil 1)

Neue Auswertungen

Es genügt uns natürlich nicht zu wissen, welche Portale ihr gern mögt und nutzt. Um wirklich von euch zu lernen, mussten wir wissen welches Portal ihr WOFÜR nutzt. Um unvoreingenommen zu Erfragen, wie Schüler bei der gezielten Suche nach Informationen vorgehen würden, hatte ich Fragen mit offenem Antwortformat gestellt. Deutlich wurde dabei wieder, dass SchülerInnen die Arbeitsagenturseiten zur Suche nach Berufsinformationen wie auch zur Suche nach Stellenanzeigen und der Erforschung der eigenen Interessen und Fähigkeiten heranziehen. Eine weitere unter Jugendlichen sehr verbreitete (und sicher auch gar nicht mal so dumme) Strategie ist, relevante Begriffe einfach zu googeln. Manchmal hat ja google dann auch wirklich ganz gute Ideen, wo es sich lohnt, mit der Suche zu beginnen. 😉

Bei der Suche nach Informationen über Berufe wurde auch YOUNECT recht häufig genannt. Dass wir jedoch auf dem undankbaren 4ten Platz hinter planet-berufe.de, berufenet.de und google landen, zeigte uns wieder einmal schwarz auf weiß, dass unsere JobBoxen noch nicht ganz ausreichen, um Jugendliche vollends von unseren Berufsinfos zu begeistern. Ein kleiner Trost (und damit auch eine Motivation zur weiteren Verbesserung) bleibt uns dennoch: Wir haben die andere Portale, wie zum Beispiel aubi-plus, wikipedia und meinestadt.de auf die hinteren Ränge verwiesen!

Wobei das Ziel von meinestadt.de sicher in erster Linie auch nicht die Information über Berufe, sondern vielmehr das Angebot der Stellenanzeigen und Jobangebote ist. Und wenn man die Jugendlichen fragt, auf welcher Internetseite sie nach Ausbildungsplatzangeboten suchen, wird neben den Arbeitsagenturseiten auch meinestadt.de recht häufig genannt. Auch die Stellenbörsen der IHK konnten einige Stimmen erhaschen. Monster und aubi-plus befinden sich weiterhin mit nur wenigen Nennungen auf den letzten Plätzen. Besonders überraschend war, dass stepstone in der Gruppe der Jugendlichen nahezu unbekannt zu sein scheint. Somit gibt es bisher keinen Anbieter, der sich gezielt um die Stellenanzeigen im Bereich der Ausbildung kümmert… aber das wird sich bald ändern, hat mir ein Vögelchen gezwitschert… 😉

Auf der Suche nach Informationen über die eigenen berufsrelevanten Interessen und Fähigkeiten kann YOUNECT jedoch jetzt schon helfen. Nach den Seiten der Arbeitsagentur werden wir dabei am häufigsten genannt. Natürlich sind wir uns darüber im Klaren, dass es dennoch immer etwas zu verbessern gibt – wie zumindest unsere Youser-Berater wissen arbeiten wir bereits intensiv daran!

Im Offline-Bereich zeigte sich vorallem, dass auf der Suche nach Stellenanzeigen und Ausbildungsangeboten die Printmedien nach wie vor eine große Rolle spielen. Sie wurden mit Abstand am häufigsten genannt und sind damit in diesem Bereich für SchülerInnen wichtiger als die Arbeitsagentur und die Unterstützung der Eltern. Über Berufe und über die eigenen Interessen und Fähigkeiten erfahren Jugendliche vorallem in der Schule und bei der Arbeitsagentur etwas. Auch Familie und Freunde spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Ausbilck

Im Großen und Ganzen würde ich schlussfolgern, dass Schüler und Schülerinnen die Informationen, die sie suchen auch finden. Allerdings müssen sie dafür einige Anstrengungen unternehmen. Es genügt nicht, eine gute Plattform zu kennen… man muss sich im Dschungel der Internetportale schon ein wenig auskennen, um ein Maximum an wichtigen Informationen zu finden. YOUNECT möchte natürlich weiter daran arbeiten, den kostenlosen Service im Bereich Berufsorientierung auszubauen und ein sichtbares Angebot der Azubi-suchenden Unternehmen darzustellen. Außerdem haben wir weitere Visionen aus den Umfrage-Ergebnissen abgeleitet, die nicht nur Schülern helfen können, die nötigen Infos schneller und einfacher zu finden, sondern auch Unternehmen bei der Präsentation in der Zielgruppe und dem Auffinden passender Azubis unterstützen. Näheres dazu kann ich leider erst verraten, wenn alles spruchreif ist – wir wollen ja schließlich nicht, dass uns auf den letzten Metern ein Konkurrent Mitbewerber noch die Tour vermasselt. 😉

Wie auch nach dem ersten Teil, würde ich mich auch hier freuen, wenn ihr rege diskutiert und kritisiert, anmerkt, vorschlagt oder einfach nur lobt (denkt an mein hüpfendes Herzchen und erbarmt euch! ;-)). Nein, also nochmal im Ernst: Auch wenn die Effekte der Umfragen für die Teilnehmer zunächst nicht unmittelbar sichtbar sind, ist für uns jede einzelne Aussage wahnsinnig hilfreich und motivierend… Wir möchten euch Jugendlichen ja helfen, den Eintritt in die Berufswelt zu vereinfachen und Ihnen als Arbeitgeber die richtigen Berufswelt-Eintreter zu finden! Wenn wir alle an einem Strang ziehen, wird das ein Kinderspiel. Davon bin ich überzeugt!

Eure Nadine