@Schüler:“Stärken-/ Schwächenprofil machen!“ @Arbeitgeber: „Azubis für direkte Kontakte freistellen.“

Harald Lexis bringt seine Tipps ein aus der Zentrale Kaufmännische Ausbildung bei Bertelsmann. Er kümmert sich auch um das Thema Schüler-Marketing für die kaufmännischen Ausbildungsangebote am Standort Gütersloh. Zu Bertelsmann gehören viele bekannte Unternehmen wie die RTL Group.

1 Tipp zur Berufswahl an Schüler:

„A) Vor der Berufswahl steht die Analyse der eigenen Fähigkeiten. Was kann ich gut? Was antworten meine Freunde, wenn sie nach meinen Stärken gefragt werden? Stimmt die Fremdeinschätzung mit meinem Selbstbild überein. Tut sie das nicht, sollte man mit Übergangschoaches, die an zahlreichen Schulen hervorragende Arbeit leisten, sprechen. Ohne ein Stärken-/Schwächenprofil kann man keine bewusste und zieladäquate Berufswahl erwarten. Dies ist der Hauptgrund, warum die Berufswahl der Jugendlichen wie bei den Lemmingen läuft. Was macht meine Freundin? Zahnarzthelferin? OK, das mache ich auch. Daher die Konzentration auf wenige Berufsbilder und die schlechte Qualität der Entscheidungen mit der Folge hoher Abbrecherquoten.

B) Abgleich des Berufswahlwunsches mit der Realität: Schüler sollten sich dann in Gruppen organisieren und Unternehmen in ihrer Umgebung um Termine mit deren Azubis bitten. Bertelsmann bietet Schülergruppen ab 15 Schülern die Möglichkeit, mit amtierenden Azubis in Kontakt zu treten. Wenn´s die Lehrer nicht organisieren, müssen´s die Schüler halt selber machen. Nur Azubis als einigermaßen Gleichaltrige werden von Schülern als authentische Informationsgeber anerkannt. Wir erreichen mit diesen Aktivitäten jährlich über 1.000 Schüler direkt. Direkte Kontakte sind den Social-Web-Aktivitäten deutlich überlegen.“

1 Tipp zur Gewinnung von Schülern an Personaler und Arbeitgeber:

„Unternehmen müssen mit Schulen ihrer Region zusammenarbeiten. Ausbildung ist ein sehr regionales Geschäft: Unsere Azubis und Studenten kommen zu über 85 % aus dem Kreis Gütersloh. Gruppentermine, wie oben angedeutet, aktiv anbieten, Azubis für diese wichtige Aufgabe freistellen. Außerdem muss man auf möglichst vielen Berufsinformationsveranstaltungen der Schulen vertreten sein, auch wenn´s Zeit und Mühe kostet. Hierbei unbedingt die eigenen Azubis (Stichwort Authentizität) einsetzen, die dabei auch selbst viel lernen können.“

Vielen Dank Harald Lexis.