Tipps für Leitung: führende Diener werden soziale Architekten

In ihrem neuen Buch zitieren Anja Förster und Peter Kreuz den Managementberater Peter Block mit seiner Beschreibung der Rolle einer Führungskraft als „sozialen Architekten„. Ein „social architect“ schafft „einen ‚Raum‘, in dem Menschen das entfalten können, was ihren Talenten entspricht und ihnen wichtig ist.“ (S.69)

Ein solcher Chef, der sich als sozialer Architekt versteht, wird sich als Koordinator von Talenten verstehen und am eigenen Wertbeitrag für diese Talente messen lassen. Schafft er einen „Raum“ zur Entfaltung der Talente? Hat er Argumente, um intern genügend Menschen zu überzeugen?

Die Hauptaufgabe von Führungskräften, die sich Förster und Kreuz wünschen und in innovativen Unternehmen finden, sehen sie im Dienen. Im Dienst für die Gemeinschaft. „Die Chefs der Zukunft stellen sich in den Dienst der Gemeinschaft. Sie haben eine Vision, von der sie zutiefst überzeugt sind und mit der sie andere begeistern und mitreißen.“ (S.23) So ganz neu ist das nicht: „Der Größte unter euch soll euer Diener sein“, sagte Jesus seinen Jüngern. Er lebte schon vor 2000 Jahren das Vorbild eines führenden Dieners vor und gab den Führungskräften seiner Zeit, Schriftgelehrten und Pharisäern, ein kräftiges Contra gegen deren Habitus (Die Bibel, Matthäus 23,11).

Förster & Kreuz sehen im von ihnen angeregten Dienst für die Gemeinschaft auch ein neues Verständnis von zukünftigem Erfolg. Sie unterscheiden Erfolg von heute, der zu interner Macht und zu Vorrechten der Führungskräfte führt, und Erfolg von morgen, wenn dienende Chefs Anhänger finden, weil sie für andere Nützliches leisten. „Eine solche Führung basiert immer auf anerkannter Erfahrung, immer auf Klugkeit, immer auf Visionen, immer auf Werten, immer auf sozialen Fähigkeiten. Das sind Fähigkeiten wie: unterschiedliche Meinungen zusammenbringen, Ressourcen anwerben, strategische Alternativen entwickeln.“  (S.66)

Als Beispiel solcher Führung, die koordiniert und begeistert, beschreiben sie Alberto Alessi, dem jeder Kult um ihn fremd ist, und der für seine 200 externen Designer jederzeit per Handy erreichbar ist, um Ideen zu besprechen und im Dialog weiter zu entwickeln.

Zitate aus „Nur Tote bleiben liegen“ von Anja Förster & Peter Kreuz