50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt – wie schon 2009. NORDPOOL setzt auf regionale Netzwerke

Etwa 50.000 Ausbildungsplätze werden in diesem Jahr unbesetzt bleiben – wie schon 2009. Das schätzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). „Der demografische Effekt schlägt voll durch.“ Seit 2003 sei die Zahl der Lehrstellen in Industrie und Handel um 10,7 Prozent gestiegen, die Zahl der Bewerber dagegen um 9 Prozent gesunken. Eine genaue Bilanz der Stellensituation wird am Dienstag vorgelegt.

Die Shell-Jugendstudie lässt viel Social Media Potential erahnen: 93% der Schüler sind täglich online und pflegen ihre Kontakte. Allerdings werden großteils dieselben Kontakte gepflegt wie auch offline: Freunde. Verbandseiten wie vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. sind keine Selbstläufer, sie werden gar nicht gefunden.

Martin Gaedt, Geschäftsführer von YOUNECT, erläutert im Interview mit Manuel Koelman, wie wichtig es für Unternehmen ist, regionale Netzwerke für ihre Azubisuche zu nutzen. Es geht außerdem um negative und positive Trends im HR-Recruiting – insbesondere im Bereich Azubis wie die strukturelle Herausforderung, 900.000 Schulabgänger in wenigen Monaten PASSEND zu vermitteln. Insbesondere weist Martin Gaedt in dem Interview darauf hin, regionale Netzwerke webbasiert zu unterstützen.

In Niedersachsen läuft der NORDPOOL für die NORD/LB. Dieser Online-Pool wird gefüllt mit Empfehlungen von konkreten Mentoren, Multiplikatoren, Jugendleitern, Sporttrainern, Schülervertretern aus den Schulen und Jugendorganisationen, die die Schüler direkt erleben und am meisten beeinflussen, Menschen, denen die Schüler vertrauen und zuhören. Was ein Mentor empfiehlt, hat Bedeutung. Deren Rat wird ernst genommen. Schüler werden so über persönliche Empfehlung auf die Ausbildungen aufmerksam. Dadurch erhöht sich die Chance auf einen PASSEND besetzten Ausbildungsplatz.

Einen anderen Weg geht der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e.V. mit PERSONECT. Die EMPFEHLUNG geht hier von Unternehmen aus: Statt Absagen werden gute Bewerber intern weiter empfohlen unter den Mitgliedern  – natürlich datenschutzrechtlich korrekt. Bisher bekommt ein guter Bewerber, der aus Kapazitätsgründen nicht eingestellt wird, eine Absage und geht im schlimmsten Fall der ganzen Branche verloren. Der VME sieht dort seine Service-Aufgabe gegenüber seinen Mitgliedern, die nun intern gute Bewerber an die anderen 149 Unternehmen weiter empfehlen können.