93% der Jugendlichen täglich online. Internet als Reality-Check für fundamental andere Unternehmen

Die aktuelle Shell Jugendstudie und der neue Besteller „Nur Tote bleiben liegen“ beschreiben die neue „Net Generation“. Zugeschnitten auf diese Net Generation ist der webbasierte NORDPOOL, bei dem Bewerber von „Mentoren“ eingeladen werden.

93% der Jugendlichen in Deutschland nutzen das Internet täglich. Nur noch 21% lesen Zeitungen und 6% Zeitschriften, sagt eine Studie der VZ-Gruppe Anfang September. Eine Woche darauf stellt die 16. Shell Jugendstudie 2010 fest: 96% der Jugendlichen haben Zugang zum Internet und verbringen im Schnitt fast 13 Stunden pro Woche in Netz. Dabei ist die Nutzung des Internets sehr unterschiedlich. Die Shell Jugendstudie unterscheidet in „Funktions-User (17%), Gamer (24%), digitale Netzwerker (25%) und Multi-User (34%)“. Wer konsumiert und wer gestaltet dabei? Ziehen virtuelle Welten im Alltag ein 0der wird die reale Welt durch das Netz persönlicher? Sind die „Freundschaften Kontakte und der Status ein Symbol“, wie die Band PEER in „Schutzraum“ singt? Das wissen wir in ein paar Jahren. Fest steht, dass sich Ron Sommer geirrt hat, als er 1990 meinte: „Das Internet ist eine Spielerei für Computerfreaks, wir sehen darin keine Zukunft.“ (WirtschaftsWoche)

Ganz im Gegenteil empfehlen Anja Förster & Peter Kreuz Unternehmen statt Glaskugeln einen Internetanschluss. Das Internet ist für die Autoren ein Bild „für eine fundamental andere Art, Unternehmen zu führen… und ein Reality-Check für jedes Zukunftsszenario.“ (S.17) Entsprechend taucht das Wort „Internet“ in „Nur Tote bleiben liegen“ laut Register auf über 40 Seiten auf und ist damit das meist genannte einzelne Wort noch vor Kreativität, Freiheit, Querdenker und Leidenschaft. In ihrem letzten Buch „Spuren statt Staub“ taucht „Internet“ nicht ein einziges Mal im Register auf. Zwischen den beiden Bestsellern liegen nur zwei Jahre. Gleich ihre erste Geschichte über Gary Vaynerchuk beginnt mit Business im Internet. Grundlegender geht es ihnen darum, dass mit der „Net Generation eine neue Generation ins Arbeitsleben eintritt.“ (S.18) „Jeder ist frei, Arbeitskraft anzubieten… Aufgaben werden gewählt, nicht verteilt.“ (S.24)  „Die neue Generation von Mitarbeitern ist von der offenen und demokratischen Kultur des Internets geprägt.“ (S.56) „Diese Leistungsträger haben andere Werte … sie brauchen keine Fluchtprogramme.“ (S.57) „Was sie wirklich interessiert, ist der Innovationsstau der Landwirtschaft in Afrika, sind sauberes Wasser und bezahlbare Gesundheit für alle Menschen in Indien oder die Probleme des Bildungssystems in Nordamerika… das Unternehmen muss sein Geschäftsmodell den Erwartungen der jungen Generation anpassen!“ (S.25) „Im Web ist jede Führungsrolle eine dienende Rolle.“ (S.67) Die fundamental andere Art der Unternehmensführung liegt in dieser dienenden Rolle als sozialer Architekt, der die Talente der Net Generation organisiert. Dazu gehört die Integration der quasi angeborene Nutzung offener Webkulturen in Unternehmen, wenn sie das lebendige Potenzial entfesseln wollen.

Im NORDPOOL dienen die Mentoren ihren Schützlingen durch eine Berufsempfehlung und die Referenz ans Unternehmen. Dabei kann die Net Generation neue zeitgemäße Tools nutzen, und persönliche Beziehungen werden zur webbasierten Orientierung und Empfehlung genutzt. Schüler bekommen eine Referenz von Menschen, die sie gut kennen und deren Ratschlägen sie vertrauen. Diese Vertrauten der Schüler werden einbezogen in Berufsorientierung und Berufswahl. Die Net Generation kann davon profitieren. Und Unternehmen auch. „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“, sagte Willy Brandt am 10. November 1989.  Die Vereinigung von Arbeitswelt und der Net Generation ist unaufhaltsam. Die sinnvolle Unterstützung von Schülern in der Berufswahl und von Unternehmen in der Bewerberauswahl durch die Menschen, die die Schüler begleiten, prägen und am besten kennen, erscheint mir mehr als überfällig. Das Netz macht es möglich.