Chancenintelligenz jenseits vom Mittelmaß – wer zu wenig Fehler macht, hat zu wenig ausprobiert

Gestern waren wir in Braunschweig bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Azubiauswahl und Berufsbildung der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK), die zur NORD/LB gehört. Über den NORDPOOL suchen wir auch Azubis für die Ausbildung in der BLSK. Am Abend sind wir zusammen zu einem Vortrag von Hermann Scherer gegangen. Titel „Chancenintelligenz“. Rund um den „CQ“ entfesselte Herr Scherer ein Feuerwerk an Ideen, Beispielen, Umfragen und Anekdoten mit einem Ziel: Dass alle Anwesenden ihre Träume leben und nicht jeden Tag um einen Tag sterben und am Ende bedauern, was sie alles nicht gemacht haben.

Eine der Kernsätze von dem Profi-Redner ist „Talent gibt es nicht – nur Übung!„. Deutlich macht er das an Cellisten. Ausnahmslos haben alle Top-Cellisten eines Jahrgangs über 10.000 Stunden geübt, die nächstbesten „nur“ 7.500 Stunden und die letzten 5.000 Stunden. Auch Mozart, sagt er, hatte mit 7 Jahren bereits über 10.000 Stunden geübt. Jeder der sein Handwerk 10.000 Stunden geübt hat, sei der Beste seines Faches. In dasselbe Horn stoßen Anja Förster & Peter Kreuz in “Nur Tote bleiben liegen”: “üben üben üben” (S.157) und “Disziplin, Durchhaltevermögen und Fleiß” (S.176).

Hermann Scherer hat viele Bücher veröffentlicht, „Jenseits vom Mittelmaß“ demonstriert dies Jenseits eindrucksvoll in DIN A4-Format und Gewicht – gefühlte 3kg. Wie geht er vor, um ein Buch zu schreiben: „Ich erwarte schlechte Qualität in 20 Minuten… um sie zu verbessern.“ Menschen sind mit wenig Erschaffenskompetenz aber umso mehr Verbesserungskompetenz ausgestattet. Daher emphielt er: Schnell starten, dann Schritt für Schritt verbessern. Förster & Kreuz empfehlen dazu schnelles Prototyping nach dem Vorbild von IDEO. „Man schraubt fünf oder sechs Prototypen zusammen, lässt diese auf die Menschheit los und sieht, welche Reaktionen auf die einzelnen Konzepte kommen. (S.188) Außerdem empfehlen sie uns das häufige Fehlermachen (S.190). Ohne Fehler nichts Neues. „Wenn wir nicht genügend Fehler machen, heißt das, dass wir nicht genügend neue Dinge ausprobieren.“ Philip Knight in „Nur Tote bleiben liegen“ (S.191)

Auf geht’s: In den nächsten 20 Minuten ANFANGEN und die schlechte Qualität laufend verbessern. Viele Fehler machen. Prototypen bauen und testen. Üben, üben, üben. Und unterwegs Chanchen sehen, erkennen und ergreifen. Viel Spaß!