Der Markt hat sich komplett gedreht. Fehlende Bewerber bestimmen das Handeln

„Finden und Binden – Alternative Konzepte zur Lösung der Folgen der demografischen Entwicklung in Norddeutschland“- so lautet das Motto der bereits zweiten Demografiekonferenz der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, die gestern auf Schloß Hasenwinkel stattfand. „Vielmehr ist es die Frage, wie mit dem demografischen Wandel umzugehen ist“, stellte Hans-Dieter Bremer, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände, am Mittwoch in Hasenwinkel bei der Eröffnung der zweiten Demografietagung der Wirtschaft fest: „Unsere Unternehmen im Norden brauchen gut qualifizierte, motivierte und engagierte Fachkräfte. In unserem Land wirkt sich der demografische Wandel allerdings am frühesten aus.“

Schon am Tag zuvor lief über den MV-Ticker: „In Mecklenburg-Vorpommern gab es 2010 deutlich mehr Ausbildungsangebote als Bewerber. ‚Der Markt hat sich komplett gedreht‘, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. ‚Nicht mehr fehlende Ausbildungsplätze, sondern fehlende Bewerber und in der Folge fehlende Fachkräfte bestimmen das Handeln… Auf dem Ausbildungsstellenmarkt geht es schon nicht mehr um Wandel, sondern um starke Einbrüche‘, sagte Seidel. ‚Positiv formuliert: Die Chancen für junge Menschen sind gestiegen.'“

Die Wirtschaft muss also noch größere Anstrengungen bei der Sicherung des eigenen Fachkräftenachwuchses unternehmen und die Ausbildungsaktivitäten verstärken. Fachkräftemangel darf kein Hindernis für den Konjunkturaufschwung werden. Dort wird auch die Partnerschaft für eine kompetente Berufsfrühorientierung von und mit Jugendlichen im Rahmen des „Bündnisses für Ausbildung und Qualifizierung 2008 bis 2013 – Fachkräfte für Mecklenburg-Vorpommern“ vorgestellt. Alle Unterzeichner dieses Bündnisses haben hierzu u. a. erklärt: „Von einer erheblichen Bedeutung für eine erfolgreiche Berufsfindung und –entscheidung der Jugendlichen ist die schulische und außerschulische Berufsorientierung, die in vielfältigen Modellen im Land praktiziert wird. Die über die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung im Land umgesetzte außerschulische Berufsfrühorientierung wird im Einvernehmen mit den Bündnispartnern neu ausgerichtet. Dabei wird sich an künftigen Fachkräftebedarfen orientiert und dem traditionellen geschlechtsspezifischen Berufswahlverfahren entgegengewirkt. Darüber hinaus wird eine Vernetzung und Kooperation der unterschiedlichen Projekte angestrebt.“

Vernetzung und Kooperation finde ich entscheidend. Eine praktische Maßnahme des Landes ist der der Azubi-Atlas für Mecklenburg-Vorpommern. Ich finde ihn gut gemacht – aber finden ihn Schüler?

Am Montag treffe ich den Landtagsabgeordneten und gerade wiedergewählten Vorsitzenden der JU Mecklenburg-Vorpommern Marc Reinhardt in Stavenhagen. Ich bin sehr gespannt, ob unsere Bewerberpools auf Interesse stoßen und sich YOUNECT in Mecklenburg-Vorpommern mit „Azubis auf Empfehlung“ zur Empfehlung durch Mentoren und Empfehlung durch Personalverantwortliche innerhalb eines Verbandes einbringen kann.