strukturelle Herausforderung: 900.000 Schulabgänger in wenigen Monaten PASSEND vermitteln

YOUNECT ist gerade auf der Messe ZUKUNFT PERSONAL. Dort wurde ich von Manuel Koelman von Talential.com interviewt. Ein paar Kernthesen aus dem gefilmten Interview, das demnächst online erscheint. Der Markt der Azubigewinnung, des Azubimarketings und Azubirecruitings unterscheidet komplett sich vom Markt der Young Professionals, Professionals, Fach- und Führungskräften. Einige Beispiele und Spezifika:

  1. Die Region und regionale Netzwerke haben für Schüler und Unternehmen sehr hohe Bedeutung. Selbst Bertelsmann sucht zu 85% Azubis aus Gütersloh.
  2. Welcher Rat kommt an? Die Vertrauten der Schüler und Schulabsolventen sind die Peers, Freunde, Schülervertreter. Auch bei der Nutzung der Social Media wird hauptsächlich mit Freunden kommuniziert. Laut einer Umfrage der Hochschul-Informations-System GmbH unter 29 000 befragten Schülern wurde 42 Prozent der Schüler in der Berufswahl durch Unterhaltungen mit Freunden geholfen. Es gibt neben den Freunden andere Menschen, mit denen die Schüler gerne reden und ihren Ratschlägen vertrauen: Jugendleiter, Vertrauenslehrer, Mentoren, Paten, Sporttrainer. Diese werden in die Berufswahl noch viel zu wenig einbezogen.
  3. Jedes Jahr aufs Neue extreme Leistung in wenig Zeit. Im Ausbildungsmarkt geht es um die Herausforderung, innerhalb von 12 Monaten eine komplette Abschlussklasse, d.h. ca. 600.000 Schulabgänger in Ausbildung/ Duales Studium und 300.000 Schulabgänger an Hochschulen PASSEND zu vermitteln. Das ist vor allen auch eine strukturelle Herausforderung. Ob dabei die 10.000 Programme und Plattformen wirklich helfen, die großteils parallele Strukturen aufbauen, bezweifle ich. Warum hat beispielsweise das BMBF bei der Suche nach Praktikanten für das Technikum nicht auf die auch vom BMBF finanzierten Programme Girls Day, JobStarter, Komm-mach-MINT usw. zurückgegriffen und stattdessen für mehrere Millionen Euro einen Praktikanten gefunden…
  4. Verfallsdatum von Bewerbungen. Das Horten von guten Bewerbungen von potenziellen Azubis lohnt sich für Unternehmen nicht, da spätestens zum August/September eines Jahres der Wert einer Bewerbung verfällt. D.h. die Empfehlung und Weitergabe guter Bewerber und der Aufbau entsprechender Hilfsmittel macht bei Azubis sehr viel Sinn – deutlich mehr als bei Professionals, Fach- und Führungskräften.

YOUNECT geht daher mit „Azubis auf Empfehlung“ neue Wege: Diese beiden Bewerberpools NORDPOOL und PERSONECT nutzen Empfehlungen: Wir setzen auf die Vertrauten der Schüler und die Vertrauten der Personalverantwortlichen. Wir sind fest davon überzeugt, dass
A. in JEDER Branche die Bewerbungen ungleich verteilt sind, was zu vielen Absagen führt, statt interessierte Bewerber in derselben Branche besser zu verteilen. Und
B. jeder Schüler Mentoren um sich herum hat, die stärker in den Prozess der Berufswahl involviert werden können.