Rückschlag als Sprungbrett, denn Probleme sind Geschenke, um persönlich zu wachsen

Kurz vor meiner 500 km langen Fahrt nach Hagen fiel mir ein Buch ins Auge mit einem Wort als Titel: „Willenskraft“. Erst der Untertitel überzeugte mich, eine spontane Kaufhandlung zu vollziehen.

Hagen_Berlin

Der Untertitel lautet: „Warum Talent gnadenlos überschätzt wird.“ Das erinnerte mich spontan an einen Vortrag in Braunschweig von Hermann Scherer. Ein Kernsatz von ihm lautet: “Talent gibt es nicht – nur Übung!“. Deutlich machte er das an Cellisten. Ausnahmslos alle Top-Cellisten eines Jahrgangs hatten über 10.000 Stunden geübt, die nächstbesten “nur” 7.500 Stunden und die letzten 5.000 Stunden. Auch Mozart, sagt er, hatte mit 7 Jahren bereits über 10.000 Stunden geübt. Jeder der sein Handwerk 10.000 Stunden geübt hat, sei der Beste seines Faches. In dasselbe Horn stoßen Anja Förster & Peter Kreuz in “Nur Tote bleiben liegen”: “üben üben üben” (S.157) und “Disziplin, Durchhaltevermögen und Fleiß” (S.176).

Nun wollte ich wissen, was Christian Bischoff, der Autor von „Willenskraft“ zu Talent und Übung denkt. Der ehemals jüngste Basketball Spieler in der Bundesliga hat bereits über 200.000 Menschen mit seinen Vorträgen erreicht. Warum meint er, dass Talent überschätzt wird. Meistens schlage ich ein Sachbuch irgendwo auf und fange mittendrin an zu lesen. Meine Lektüre begann mit einem seiner Schlüsselsätze: „Probleme sind Geschenke! Du musst das Geschenk in jedem Problem finden, um persönlich wachsen zu können.“ (S.174) WOW. Was für eine Botschaft in einem einzigen Satz. „Probleme sind Geschenke!“ Vorgeblättert, wie kommt er dazu, das zu schreiben? Nächster Schlüsselsatz: „Das Leben verpackt Wachstumsmöglichkeiten als Probleme… Es geht im Leben nicht darum, Probleme zu lösen, sondern persönlich zu wachsen.“ (S.173) Wie geht das?

„Stück für Stück wirst du an deinen Problemen wachsen“ (S.174) „Dazu musst du das Geschenkpapier aufmachen und dich fragen: Was lerne ich jetzt von dir?… Nimm den Stolperstein – küsse ihn!“ (S.174) „Genau damit haben die meisten Menschen ein Problem, denn sie mögen Probleme nicht.“ (S.173) Aber „das Leben hat uns Probleme gegeben, damit wir an den Widerständen wachsen! Probleme sind ein Lebenszeichen. Die einzigen Menschen ohne Probleme liegen auf dem Friedhof.“ (S.174) Und damit schlägt er den perfekten Bogen zu dem Buch, über das ich kürzlich mehrere Artikel geschrieben habe: „Nur Tote bleiben liegen„. Als hätten sich Christian Bischoff und das Duo Anja Förster & Peter Kreuz abgesprochen. Ich denke, das Thema liegt in der Luft. „Ein Rückschlag stellt das notwendige Sprungbrett für zukünftige Erfolge dar.“ (S.167) Noch so ein WOW-Satz zum langen Nachdenken und Verdauen. Morgen geht`s weiter mit „Willenskraft“.