12.000 Daten pro Sekunde. Werbeeinblendung für 100 Millionen User. Datenschutz OK. Vision einer völlig neuen Welt

Heute veröffentlicht Microsoft den höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte: Gesamtnettogewinn von 6,63 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 19,95 Milliarden US-Dollar. Eine Zahl, die kaum noch vorstellbar ist. Interessanter fand ich persönlich eine Zahl von Stephan Noller in seinem ZEIT-Kommentar: „Bis zu 12.000 mal pro Sekunde geben wir die Daten weiter an Systeme, die damit passende Werbung einblenden.“ Stephan Nollers Firma beobachtet Nutzerverhalten im Netz. Aus der Selbstdarstellung: „Mit dem einzigartigen Prinzip des Predictive Behavioral Targeting bieten wir die Lösung für zielgruppengenaue Onlinewerbung.“ Seine Firma betreibt mehrere Rechenzentren, die die Werbeeinblendungen für mehr als 100 Millionen User in Europa steuern. Innerhalb von Millisekunden ermitteln die Server, ob jemand statistisch gesehen eher eine Frau oder ein Mann ist. Danach entscheidet sich die Einblendung: Geländewagen oder Pampers.

Spannend sind die Ausführungen von Stephan Noller zum Schutz der Daten: „Uns war von Anfang an bewusst, dass derartige Technologien besondere Vorkehrungen im Datenschutz benötigen und so zeichnen unsere Systeme vieles auch nicht auf, zum Beispiel generell keine personenbeziehbaren oder sensitiven Daten. Ein guter Teil unserer Server ist nur dazu da, potenziell problematische Teile sicher aus der Messung zu filtern und so jeglichen Missbrauch schon bei der Erhebung zu verhindern. Dafür wurden wir mehrfach vom Datenschutz ausgezeichnet.“

Und er bezieht Position: „Ich finde die aktuelle Debatte über Datenmissbrauch im Internet ärgerlich…, weil darin eine gewisse Technologiefeindlichkeit und auch Ignoranz mitschwingt… Ignorant ist die Haltung, weil das Internet uns eine völlig neue Welt eröffnet. In Zukunft werden wir uns mit Menschen in Telefonkonferenzen flüssig unterhalten können, deren Sprache wir nicht sprechen. Wir werden sicher von automatisch gesteuerten Fahrzeugen zur Arbeit gefahren werden, die sich Hunderter Sensor- und Satellitendaten und Daten anderer Fahrzeuge bedienen, um Ihren Weg zu finden.“

Schöne neue Welt. Solange kein Cracker oder Hacker da ran kommt. Die nugg.ad AG wird da sicherlich sehr vorsichtig sein und alles Erdenkliche tun. Die Auszeichnungen belegen ja den hohen Wert, den sie Datenschutz beimessen. Ganz anders Facebook: Diese Woche wurde Zuckerbergs Facebook-Profil gehackt. Und Gewinnspiele über Telefonanrufe sind auch manipulierbar: Poulsen hatte bei Gewinnspielen Telefonanlagen umprogrammiert und so zwei Porsche, 20.000 Dollar und einige Reisen gewonnen.

Grundsätzlich stimme ich Noller sehr zu: Weltweite Datennutzung ist die Zukunft. Besser wir packen sie gemeinsam an anstatt sie zu verteufeln. Auch unsere Bewerberpools NORDPOOL und diverse PERSONECT-Pools eröffnen neue Möglichkeiten. Der Datenschutz ist hier der Clou, dass Unternehmen Bewerber empfohlen bekommen unter Wahrung des Datenschutzes für personenbezogene Daten. Natürlich hilft es Schülern, die im NORDPOOL von ihren Lehrern und Jugendleitern für die Ausbildungsberufe der NORD/LB empfohlen werden. Und es hilft Bewerbern und Unternehmen gleichermaßen, wenn über PERSONECT gute, passende Bewerber sich in einem Pool bei 50 bis hunderten Unternehmen einen Verbandes oder Branchen-Clusters vorstellen können. Datenschutzrechtlich korrekt! Immer mit Zustimmung des Bewerbers!

Demnächst startet PERSONECT in Hessen. Wir werden berichten.