Schlafen oder online. Mit Facebook-Credits die Miete zahlen. MediaWiki auf USB-Stick. Das Wunder der Schwedischen Lehrer

Always-on: heißt laut Eric Schmidt: „Kinder haben heutzutage nur noch zwei Zustände: Entweder sie schlafen oder sie sind online.“

Das Mobile Web wächst momentan acht mal schneller als das PC-basierte Web, so der noch-Google-Boss Eric Schmidt auf der DLD11. Google schaffte es zu wiederholten Mal, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Laut dpa verdient Google weiterhin das meiste Geld mit bezahlten Suchtreffern im Web. Doch die mobile Suche werde als Einnahmequelle immer wichtiger. Auf der DLD hieß es heute, dass Google künftig häufiger zuerst für Mobilfunkgeräte entwickelt – und dann erst für Personal Computer: Mobiles Internet künftig im Vordergrund. Gerd Leonhard, CEO von The Future Agency, sieht in der Zukunft des Onlinehandels, dass wir „mit Facebook-Credits die Miete zahlen“ werden: „Der Handel über soziale Netzwerke werde zunehmen und sogar in der Offlinewelt eine Rolle spielen.“

Und auch Bildungsangebote verändern sich: Seit fünf Tagen gibt es ein neues, vollfunktionsfähiges MediaWiki auf einem USB-Stick. Darauf sind ein Apache Webserver, die Programmiersprache PHP, eine MySQL-Datenbank sowie ein Firefox-Browser vorinstalliert. Entwickelt hat ihn die Twoonix Software GmbH aus Berlin. Einer der Gründer der Twoonix ist Martin Bregulla, hier spricht er über MediaWiki-Softwarelösungen und sein Startup. Jeder Schüler kann sein „WikiTwooGo“ individuell gestalten. Die Vision: Ideal für den Lehrbetrieb in Entwicklungsländern geeignet. Mit den Möglichkeiten des MediaWiki und WikiTwooGo können im Schulunterricht – in allen Ländern der Welt – besonders in heterogenen Lerngruppen auch die verschiedenen Talente gezielt gefördert werden.

Zur Förderung heterogener Talente passt – schon wieder – die Erkenntnis aus der Schwedischen Studie, über die GEO berichtet: Das Fazit lautet: “Schulreform, kleinere Klassen, längeres gemeinsames Lernen? Alles zweitrangig. Die Bildungschancen unserer Kinder hängen vor allem ab von den Menschen, die vor der Tafel stehen und Wissen vermitteln.” Das heißt auf die Lehrer kommt es an! Was brachte den Schweden den Beleg dieser alten, naheliegenden Vermutung? Schwedische Lehrer haben eine der schwächsten schwedischen Schulklassen innerhalb von 5 Monaten in eine leistungsstarke Klasse verwandelt. Der Erfolg lag laut Bericht in einer Vielfalt an Fähigkeiten der Lehrer: Fachwissen, Begeisterungsfähigkeit, eigene Wertebindung, souveränes Rollenverständnis und – ganz wichtig – die Fähigkeit, sich nicht stressen zu lassen. Laut GEO und nach Einschätzung von Experten werden diese Faktoren in der Lehrerausbildung in Deutschland zu wenig beachtet. Ich hoffe, bei dem 10-Punkte-Plan der Bundesagentur für Arbeit werden die aktuellen Erkenntnisse der Schwedischen Studie beachtet.

Fünf Mentoren im NORDPOOL der NORD/LB sind aktive Schülervertreter aus der Schüler Union Niedersachsen. Im NORDPOOL können sie Mitschüler für die Berufsausbildungen der NORD/LB vorschlagen. In der Schüler Union machen sie Vorschläge für eine bessere Bildungspolitik: „Neue Medien müssen im Unterricht fächerübergreifend regelmäßig zum Einsatz kommen.“ Darin beschreiben sie auch die Rolle des Lehrers in der Schule von heute: „Für diesen sehr wichtigen Beruf muss man geeignet sein. Die angehenden Lehrer müssen auf ihren späteren Beruf – nicht nur inhaltlich sondern auch psychisch – vorbereitet werden.“ Ein passendes Schlusswort: „Die Schüler Union respektiert und schätzt die Arbeit, die die fast 100.000 Lehrer in Niedersachsen vollbringen und setzt auf eine gute Zusammenarbeit zwischen ihnen, den Eltern und den Schülern.“