Grenzen waren dazu da, sie zu überwinden. Bitte hör‘ nicht auf zu träumen. Big plans make big things happen. 22 Jahre „Ö“

„Grenzen waren nur dazu da, sie zu überwinden.“, schrieb Andrea Hacke in der BRIGITTE 01/2009 über Jessica Schwarz. Darin berichtet sie auch dies über Jessica Schwarz: „Sollte sie eine betrunkene Frau spielen, leerte sie zuvor eine Flasche Martini. Und wenn sie einen Selbstmord zeigen sollte, … ließ sie sich rückwärts vom Balkon fallen – bei starkem Wind aus dem 19. Stock, hinunter auf eine Stunt- Matratze, zwei Stockwerke tiefer.“ In ihrem aktuelle Film „Das Lied in mir„, brilliert Jessica Schwarz zusammen mit Michael Gwisdek und einigen Argentinischen Schauspielern. Maria, die Jessica Schwarz spielt, kommt aus heiterem Himmel an einen für sie unbekannten Ort – in Buenos Aires und in sich selbst.

Das Überwinden von Grenzen führt Menschen an einen „Ort, wo vor dir keiner war„, singt Silbermond in „Das Ende vom Kreis„, ein extrem schöner, berührender Song zum Durchhalten. Das Durchhalten beinhaltet immer beide Möglichkeiten, gewinnen und scheitern zu können. Vorher weiß man das nie. Gestern auf twitter gelesen: „Wenn du nicht bis an den Punkt gelangst, wo du scheiterst, weißt du ja nie, wie weit du gehen kannst.“, sagte Martina Navrátilová, eine der besten Profi-Tennisspielerinnen. „Wir sind die Gewinner. Wir kennen keine Limits. Ab Heute – für immer“, singen Revolverhelden in „Spinner“. Und Xavier Naidoo bittet uns: „Bitte hör‘ nicht auf zu träumen von einer besseren Welt… Bau sie auf, wie sie dir gefällt.“

„Make big plans …that’s the best way to make big things happen.“, schrieb Seth Godin vor einer Woche in seinem Blog. Im Video „Durchstarten in 2011 und im Leben“ sagt Christian Bischoff über unser Leben in Deutschland: „Sie leben im Paradies der Chancen und Möglichkeiten.“ Sein Buch „Willenskraft“ finde ich sehr lesenwert. Ein Schlüsselsatz darin: „Es geht im Leben nicht darum, Probleme zu lösen, sondern persönlich zu wachsen.”

Zum Wachsen gehören viele kleine Schritte, Lernen durch Erfolge und durch Misserfolge. Herbert Grönemeyers „…Alben waren kommerziell so erfolglos, dass die Intercord Ton GmbH nach dem im Jahr 1983 veröffentlichten Album ‘Gemischte Gefühle’ den Vertrag kündigte.” Ein Jahr später kam mit “Bochum” der Erfolg, trotz gravierenden Mißerfolgs hatte Grönemeyer weiter Musik veröffentlicht. Wie lange geht man weiter? „Wenn es nicht klappt, dann sollte man sich das eingestehen und etwas anderes machen.“, schrieb ein deutscher Freud aus Korea wider die Hartnäckigkeit. Grönemeyers Hartnäckigkeit brachte ihm nach „Bochum“ auch die Platte „Ö“, sie war 22 Jahre lang die erfolgreichste Platte mit der längsten Zeit auf Platz 1 der Album-Charts. Und er macht immer weiter, gerade mit neuem Video feat. August Diehl: „Ich will mehr Schiffsverkehr… Endlich freie Sicht.“

Es ist immer eine persönliche Entscheidung, wer wie weit gehen will. Es gibt kein Patentrezept. Man kann sich verrennen und verlieren, oder das richtige Maß an Hartnäckigkeit in sich spüren und die imaginären Grenzen überwinden. Jeder Mensch geht so weit, wie er will und kann. Ich hatte das Glück, die Berliner Mauer sehr real zu erleben und zu überwinden. Nicht von Ost nach West, sondern von West-Berlin nach Ost-Berlin. Von 1985 bis 1989 wurde die Party- und Freundes-Gruppe immer größer – aus Ost-Berlin, West-Berlin, Paris und den USA. Howard aus Ost-Berlin hatte mich gefragt: „Komm uns doch mal besuchen“, und ich hatte „Ja“ gesagt. „Regelbruch als Strategie. Solange gegen die Wand laufen, bis die Wand umfällt.“, meint Strategietrainer Sven Gábor Jánszky. Und Stefan Raab sagt: “‘Es gibt nur eine Sünde: Feigheit.’ Genau das ist das Problem der meisten Leute: Sie haben Schiss in der Buchse.”