Mit weniger Bewerbungen zum Traumjob. Mit mehr Zusammenarbeit mehr Qualität in der Branche und Region

Letzte Woche bei einem Verband in Schwerin und heute am Telefon mit einer Landtagsabgeordneten aus Stuttgart wurde mir gesagt, dass unser Service „Bewerber auf Empfehlung“ für sie nicht interessant sei, weil sie ja MEHR Bewerber bräuchten. Das verstehe ich natürlich. Mit MEHR Bewerbern wäre alles deutlich einfacher. Aber MEHR Bewerber gibt es kurzfristig nicht. Und langfristig wahrscheinlich auch nicht. Die Statistiker kennen die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung. Das Statische Bundesamt bietet Einblick in die Bevölkerungsentwicklung von 2008 bis 2060 aller Bundesländer.  Deutschland wird im Jahr 2030 den höchsten Rentneranteil in der Europäischen Union haben. Der Erhebung zufolge ist Chemnitz in 20 Jahren die älteste Stadt des Kontinents. Und nicht nur das, 2010 gab es in Deutschland erstmals seit 25 Jahren mehr Abwanderung als Zuzug.

Peer Steinbrück antwortete auf das Thema „Nachwuchskräftemangel“ sehr schlagfertig. In einer Lesung aus seinem neuen Buch „Unterm Strich“ im Dezember in Berlin sagte er sinngemäß: „Ich habe meinen Teil dazu beigetragen und drei Kinder in die Welt gesetzt.“ Ich schließe mich dem an. Da sich unserem Beispiel die Mehrheit der Deutschen nicht anschließt, werden wir wohl andere Lösungen entwickeln müssen, als laut nach MEHR Bewerbern zu schreien. Die Aussagen des Verbands-Geschäftsführers und der Landtagsabgeordneten „Wir wollen MEHR Bewerber“ finde ich daher etwas weltfremd. Das ist die alte Denke: Mehr Mehr Mehr.

Innovationen beginnen häufig mit Fragen. Zwei meiner Fragen lauten: „Wie kommen Unternehmen mit MEHR Zusammenhalt zu MEHR Qualitätserhalt?“ Und „Wie kommen Bewerber mit weniger Bewerbungen zum Traumjob in ihrer Region/Traumbranche?“ Hintergrund dieser Fragen ist unser altes Bewerbungssystem, das einer Zeit entstammt, als Bewerber 50, 100 oder auch 150 Bewerbungen schreiben mussten, um 49, 99 oder 149 Absagen zu bekommen. Ein imenser Zeit- und Geld-Aufwand für Bewerber und Unternehmen. Wie wäre eine wirksame Verzahnung in den Branchen und Regionen, so dass jeder gute Bewerber in der Branche, in der er sich bewirbt, schon mit der ersten Bewerbung einen Job angeboten bekommt! Das hilft Bewerbern und Unternehmen gleichermaßen.

Sicherlich können sich die Unternehmen nicht (mehr) erlauben, auch nur einen einzigen potenziellen Bewerber zu verlieren. Liegt eine geeignete Bewerbung vor, sollte diese erhalten bleiben. Aber was passiert mit einem guten Bewerber, der durch fehlende Kapazität oder fehlende Passung in einem einzelnen Betrieb eine Absage bekommt? Bisher im alten Einbahnstraßen-Bewerbungssystem kann dieser Bewerber aufgrund der Absage allen Unternehmen verloren gehen. Oder wie stellen Sie sicher, dass alle Talente für die Unternehmen in Ihrer Branche und Region erhalten bleiben?

Mit „Bewerber auf Empfehlung“ bietet YOUNECT eine wirksame webbasierte Möglichkeit der Zusammenarbeit, so dass jeder gute Bewerber der Branche schon mit der ersten Bewerbung erhalten bleibt, selbst wenn ein einzelnes Unternehmen absagen muss! YOUNECT stärkt die Zusammenarbeit webbasiert, beginnend bei Auszubildenden bis hin zu Fachkräften. Regionen und Verbände können selbst definieren, ob sie sich untereinander Auszubildende, Duale Studenten, Absolventen Fachkräfte, High Potentials oder alle empfehlen.

Da es kein MEHR an Bewerbern geben wird, heißt die Zukunft: Zusammenarbeit. Thomas Keup hat zum Jahreswechsel die wegweisende Frage gestellt: “Wer bringt uns die Kollaboration im Web? Wenn Google die Informationen der Welt organisiert und Facebook die Kommunikation zusammenführt, wer bringt uns die Kollaboration im Web?” Im NORDPOOL wird das Wissen in der Region genutzt von den Menschen, denen Schüler vertrauen. Der Rat eines Vertrauten zählt beim Schüler, deshalb werden Schüler durch „Mentoren“ wie z.B. Lehrer, Jugendleiter, Sporttrainer und Schülervertreter für passende Berufe der NORD/LB empfohlen. Die Schüler werden eingeladen und bekommen bei Interesse eine kurze, persönliche Referenz für ihre Bewerbung. Neben Schülervertretern (Schüler Union Niedersachsen, Jusos Hildesheim), Jugendleitern (Kolpingjugend Hildesheim) und Lehrern (Gaußschule Braunschweig, Nibelungen-Realschule Braunschweig und die Wilhelm-Raabe-Schule Hannover) unterstützen auch Sporttrainer des Turn-Klubbs Hannover die Idee des NORDPOOLs.

Im PERSONECT vom DEHOGA Berlin und vom Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg sehe ich die Zukunft in der Nachwuchsgewinnung und der Sicherung von Fachkräften: In der Zusammenarbeit. Anders geht es nicht, denn MEHR Schüler werden es auf lange Sicht nicht. Fangen wir gemeinsam an, NEUE Fragen zu stellen wie zum Beispiel „Wie kommen Unternehmen mit MEHR Zusammenhalt zu MEHR Qualitätserhalt?“ Und „Wie kommen Bewerber mit weniger Bewerbungen zum Traumjob in ihrer Region/Traumbranche?