Noch eine Energiewende? Übergang Schule-Beruf vor Ort als regionales Bildungsnetzwerk aller Beteiligten

Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Bäcker und Professor, ist neuer Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Zuvor leitete der Rheinländer sieben Jahre lang die Abteilung „Berufliche Bildung“ beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin und war vor dem ZDH 13 Jahre lang beim Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln tätig.

Herr Esser steht seit 20 Jahre mitten im Thema der Berufsbildung. Und es hat ihn scheinbar nicht betriebsblind gemacht. Das zeigt mir seine Äußerung anläßlich der Fachtagung von BIBB und Robert Bosch Stiftung zum Übergang Schule – Beruf. Dort sagte er: „Ein nachhaltiges Übergangsmanagement kann sich nur dann vor Ort etablieren, wenn vor allem Eltern, Schulen, Wirtschaft und Arbeitsagenturen als regionales Bildungsnetzwerk zusammenarbeiten.“

Heiner Kamp, Berichterstatter für Fragen der beruflichen Qualifizierung der FDP-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag, forderte in einer Pressemitteilung vom 03. Februar 2011: “Der Übergang von Schule zu Beruf muss verbessert werden.” Schon zum Wahlkampf im September 2009 schrieb sein Parteifreund Dr. Geisen im YOUNECT-Blog: “Damit es aufgrund der Heterogenität der Angebote nicht zu einer Überforderung der Jugendlichen kommt, wäre es sinnvoll, die Angebotspalette nach Zielsetzung zu systematisieren und für junge Menschen handhabbar aufzubereiten.”

Hoffen wir, dass den vielen Worten noch mehr gemeinsame Taten folgen.

YOUNECT bindet in Hannover, Hildesheim, Braunschweig und Magdeburg bereits Jugendleiter, Schülervertreter und Lehrer in den Übergang Schule-Beruf ein. Schüler können für die sieben Ausbildungsberufe der NORD/LB persönlich empfohlen werden. Mit dem NORDPOOL ist die NORD/LB Vorreiter. Zukünftig könnte jede Stadt, jeder Landkreis, Branchenverband und Innovationscluster regional die Menschen einbinden, die die Schüler am besten kennen und von persönlichen Empfehlungen profitieren. Warum verschenken wir diese wertvolle Ressource, ein Knowhow und Vertrauensverhältnis, das oft über Jahre gewachsen ist. Wie wäre eine Energiewende im Bewerbungsverfahren? YOUNECT steht für weniger Energie-Verschwendung im Übergang Schule-Beruf und im Bewerbungsverfahren insgesamt! Mit der ersten guten Bewerbung kann jeder Bewerber in regionale Bewerberpools eingeladen und empfholen werden.

Könnten Absagen eine große Verschwendung sein? Mit nur drei Empfehlungen pro Jahr pro Mitglied kann ein Netzwerk mit 170 Mitgliedern bis 2030 über 10.000 Fachkräfte in der Branche/Region halten. Rapides Minus von 3,6 Millionen Menschen in den nächsten 15 Jahren. Eine Revolution, die auf leisen Sohlen kommt und Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend verändern wird. Ich hoffe auch zum Guten, dass alle Beteiligten vor Ort besser zusammen arbeiten. Als Energiewende wird die Realisierung einer nachhaltigen Energieerzeugung bezeichnet. Packen wir die Energiewende vor Ort als regionales Bildungsnetzwerk aller Beteiligten an.