Gastartikel von Sabine Wagner – Digitale Selbstdarstellung für den Job

Das Berufsleben ist für die Deutschen eine Weiterführung ihrer persönlichen Vorlieben und Interessen. Für die berufliche Selbstverwirklichung sind weniger als neun Minuten täglich nötig, wie eine Studie ergab.

Wesentliche Bestandteile, um in einem Großteil der Berufe voranzukommen, sind Fortbildungen, gekonntes Einsetzen von Fachwissen und der Aufbau eines Netzwerkes. Die digitale Technik stellt dafür heute beispielsweise Online-Plattformen zur Verfügung, die genau das einfach und mit einem geringen Zeitaufwand ermöglichen. Die meisten Arbeitnehmer gehen dennoch vom Gegenteil aus, wie nun eine Studie von LinkedIn ans Licht brachte. Mit mehr als 161 Millionen Mitgliedern ist LinkedIn das weltweit größte Businessnetzwerk.

Knapp über zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte in Deutschland sind laut der Umfrage der Meinung, sie müssten pro Tag zwischen einer halben und einer ganzen Stunde in ihr berufliches Fortkommen investieren. Gleichzeitig kam die Sichtweise der Deutschen auf ihren Beruf heraus: Für sie ist die Karriere eine Erweiterung der persönlichen Interessen. Zugleich möchten sie sich in ihrem Beruf selbst verwirklichen. Im Auftrag von LinkedIn wurden vom Marktforschungsunternehmen IPSOS Mori für die Umfrage über 3.200 Fach- und Führungskräfte befragt, davon 400 aus Deutschland.

Neun Minuten täglich reichen für die Gestaltung des Arbeitslebens

Laut Alexander Zipp, dem LinkedIn Marketing Manager für die DACH-Region, sei die Arbeitseinstellung der Deutschen einzigartig. Priorität habe nicht das Vorantreiben der Karriere um ihrer selbst willen, es gehe den Arbeitnehmern stattdessen hauptsächlich darum, in jedem Lebensbereich die eigenen Vorlieben und Interessen zu verfolgen. Die Umfrage ist eine Bestätigung dafür, dass zum Gestalten des Arbeitslebens nach eigenen Vorstellungen deutlich weniger als 30 Minuten benötigt werden: Neun Minuten täglich, mehr müssten es nicht sein.

Deutsche Arbeitnehmer besitzen eine genaue Vorstellung über die Gestaltung ihres Berufslebens. Die möglichst effektive Erledigung von Aufgaben steht für 76 Prozent der Befragten an oberster Stelle, gefolgt vom Aneignen von Expertenwissen mit 45 Prozent Platz Zwei. Erst auf dem dritten beziehungsweise vierten Platz finden sich die Netzwerke wieder. Dabei kommt das „Persönliche Netzwerken mit Kollegen“ mit 31 Prozent vor dem „Netzwerken mit fremden Personen aus derselben Branche“, welches 25 Prozent erreicht. Für die Studienteilnehmer ist Netzwerken in einigen Branchen von besonderer Relevanz. Nach ihrer Meinung haben Angestellte in PR und Marketing (29 Prozent), in der Politik (26 Prozent) sowie an der Börse und in Banken (17 Prozent) vor allem Vorteile von einem guten Netzwerk.

Des Weiteren offenbart die Studie, dass die Deutschen auf der einen Seite an der Vertiefung ihres Branchenwissens überaus interessiert sind, andererseits spielt aber auch das Miteinander mit Kollegen und Kunden eine große Rolle.

Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen belegt die Untersuchung ebenfalls: So geht die Hälfte der Befragten davon aus, dass Männer mehr Zeit für die Förderung ihres Werdegangs aufbringen, gerade einmal 20 Prozent sehen dies bei Frauen so. Etwa ein Drittel (30 Prozent) spricht sich für einen gleichen Aufwand bei beiden Geschlechtern aus.

Tipps zum Vorankommen im Beruf

Mit nur wenigen Schritten kann jeder etwas für seine Karriere tun und das in lediglich neun Minuten pro Tag. Der Aufbau und die Pflege von Beziehungen auch über Netzwerke sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere. Die aufgebauten Verbindungen werden etwa durch Glückwünsche oder Empfehlungen gepflegt, schließlich freut sich jeder über ein positives Feedback und mag es, bemerkt zu werden.

Die erfolgreiche Selbstdarstellung ist dabei mithilfe digitaler Karrierenetzwerke deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. In einem LinkedIn–Profil beispielsweise kommen Erfolge und Zertifikate gut zur Geltung. Der professionelle Onlineauftritt wird durch ein aktuelles Foto und einen aktuellen CV abgerundet. Zudem kann sich durch Veröffentlichung von Artikeln, dem Führen eines eigenen Blogs, Aktivitäten in diversen Gruppen, öffentliche Reden sowie Bücherempfehlungen als Vordenker positioniert und die eigene Sichtbarkeit erhöht werden. Weiterhin lassen sich Informationen ebenfalls mobil sammeln. Trifft man bei einem Geschäftstreffen auf unbekannte Personen, kann man sich via Tablets und Smartphones vor Ort über seine Gesprächspartner informieren.

Vielen Dank an Sabine Wagner für diesen Input zu erfolgreicher digitaler Selbstdarstellung.