MdB Arfst Wagner sagt: „Eigenlob stinkt“

Arfst Wagner (59, B90/Die Grünen) empfiehlt Andrej Tarkowski, findet die Arbeitsbedingungen hierzulande sehr unerfreulich und verweist ganz bescheiden auf seine Webseite.

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politiker geworden wären?
Ich wäre Lehrer, Verleger und Schriftsteller.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens (bGE) und eine damit verbundene Erneuerung des kulturellen Lebens. Durch die Einführung des bGE würde auch die Wirtschaftsstruktur und die Bewerbungslage sehr gravierend verändert. ArbeitnehmerInnen und BewerberInnen hätten bei Bewerbungen eine völlig andere Ausgangslage.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Ich habe einem Freund die Filme von Andrej Tarkowski empfohlen, weil ich mir die aufgrund einer Empfehlung eines Freundes gekauft habe.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Zusage bei der Seeschifffahrt.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Ich habe bis vor einem Jahr 31 Jahre an derselben Schule gearbeitet, mich nie anderswo beworben. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man sich schlecht fühlt,
je nachdem, wie wichtig einem die Bewerbung war und wie sie motiviert war.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
Ich denke daran, dass der Fachkräftemangel in Deutschland regional sehr unterschiedlich ist und unter anderem auch in schlechten Gehältern einiger Berufe begründet ist, und ich denke an die tausenden von ÄrztInnen, die in jedem Jahr aus Deutschland allein nach Skandinavien auswandern, weil die Arbeitsbedingungen hierzulande sehr unerfreulich geworden sind.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Obwohl schon jetzt an allen Ecken und Enden die Fachkräfte fehlen, ist der Zugang zum Arbeitsmarkt für viele Menschen immer noch verschlossen. Doch zur Bewältigung des Fachkräftemangels genügt es nicht, auf ein einzelnes Instrument zu setzen. Einheimische und EinwanderInnen, Junge und Alte sowie Beschäftigte und Arbeitslose dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir wollen an die unterschiedlichen Fähigkeiten, Stärken und Qualifikationen dieser Menschen anknüpfen und ihnen mit mehr Umschulungs- und Ausbildungsangeboten den Weg in Zukunftsberufe und Arbeitsfelder mit Personalmangel eröffnen. Eine Arbeitsmarktpolitik, die diese Menschen wirksam und fair integriert, setzt auf passgenaue und individuelle Förderstrategien, bei denen auch erreichte Zwischenziele als Erfolge zählen.
Trotz aller Sorge vor dem drohenden Fachkräftemangel haben weder Schwarz-Gelb noch die Arbeitgeber bisher Maßnahmen ergriffen, die Qualität und Fairness von Praktika zu erhöhen. Auch für Praktika müssen klare Mindestbedingungen gelten – schriftlicher Vertrag, Zeugnis, eine Mindestaufwandsentschädigung und eine festgelegte zeitliche Begrenzung.
Notwendig sind angesichts des demografischen Wandels auch eine familienfreundliche Unternehmenskultur, Qualifizierungsangebote sowie gute Rahmenbedingungen für alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. Dazu gehören auch besondere Anstrengungen, um Frauen und Männern gleichermaßen den Zugang zu zukunftsfähigen Arbeitsplätzen zu ermöglichen. Wir wollen dazu Erwerbshindernisse und Fehlanreize für Frauen, wie das Ehegattensplitting und – im Rahmen der Bürgerversicherung – die kostenlose Mitversicherung, abbauen und so diskriminierende Strukturen, die einer stärkeren Frauenerwerbsarbeit und einer eigenständigen Existenzsicherung im Weg stehen, überwinden. Dazu wollen wir ausländische Abschlüsse leichter anerkennen und lebenslanges Lernen und die Weiterbildungsaktivitäten kleiner und mittlerer Unternehmen stärker fördern.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet. Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.

Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt. Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?
Wenn es gute BewerberInnen gibt, gibt es auch schlechte. Ich habe nichts dagegen, gute BewerberInnen zu empfehlen, würde aber auch gerne etwas dafür tun, dass die so genannten „schlechten“ sich verbessern können (Nachqualifizierungen und so weiter).

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.
Kann ich nicht, weil Eigenlob stinkt. Schauen Sie mal auf meine Page: www.arfst-wagner.de

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Wagner.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

  1. Das Ende einer Befragung (20. September 2013)
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  3. MdB Dr. Kirsten Tackmann sagt: "Selbstbewusstsein reduzieren" (19. September 2013)
  4. MdB Ute Vogt sagt: "Plötzlich nutzlos" (18. September 2013)
  5. MdB Marco Bülow sagt: "Transparenter Abgeordneter" (18. September 2013)
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  7. MdB Dr. Valerie Wilms sagt: "Fortbestand der Chaos-Truppe" (17. September 2013)
  8. MdB Kathrin Vogler sagt: "Friedliche Konfliktlösungen" (17. September 2013)
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  10. MdB Christian Hirte sagt: "Politik lebt nicht nur von Visionen" (16. September 2013)
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  12. MdB Matthias W. Birkwald sagt: "Mit 40 angeblich zu alt" (16. September 2013)
  13. MdB Martin Dörmann sagt: "Thema Syrien" (13. September 2013)
  14. MdB Rainer Arnold sagt: "Rückrat der deutschen Wirtschaft" (13. September 2013)
  15. MdB Brigitte Zypries sagt: "Einem Mann versprochen" (13. September 2013)
  16. MdB Hans-Christian Ströbele sagt: "Die größte Anerkennung" (12. September 2013)
  17. MdB Gabriele Molitor sagt: "Neue Kommunikationswege im Internet" (12. September 2013)
  18. MdB Frank Tempel sagt: "Abkehr von der Drogenprohibition" (12. September 2013)
  19. MdB Waltraud Wolff sagt: "Branchenbezogene Ausbildungsfonds" (11. September 2013)
  20. MdB Sabine Zimmermann sagt: "Zahl der Nichtwähler" (11. September 2013)
  21. MdB Dr. Hermann Otto Solms sagt: "Verwirklichung des Aufstiegversprechens" (11. September 2013)
  22. MdB Ulrich Schneider sagt: "Wir bringen das wieder ins Lot" (10. September 2013)
  23. MdB Rudolf Henke sagt: "Wie nach einem Work-Out" (10. September 2013)
  24. MdB Gabriele Hiller-Ohm sagt: "Prekäre Arbeit überwinden" (10. September 2013)
  25. MdB Uwe Beckmeyer sagt: „Auf mich trifft das nicht zu“ (9. September 2013)
  26. MdB Antje Tillmann sagt: „Keine Denkverbote“ (9. September 2013)
  27. MdB Carola Stauche sagt: „Meine mangelnde Systemtreue“ (9. September 2013)
  28. MdB Dr. Peter Tauber sagt: "Auf die Städte fixiert" (6. September 2013)
  29. MdB Tabea Rößner sagt: "Erde nur geborgt" (6. September 2013)
  30. MdB Dr. Thomas Feist sagt: "Das Unmögliche möglicher machen" (6. September 2013)
  31. MdB Elisabeth Scharfenberg sagt: "Pflege geht uns alle an" (5. September 2013)
  32. MdB Ingo Wellenreuther sagt: "Zum Wohle unserer Stadt" (5. September 2013)
  33. MdB Kerstin Tack sagt: "Marktwächter mit Klagerechten" (5. September 2013)
  34. MdB Roderich Kiesewetter sagt: "In der Demokratie stecken geblieben" (4. September 2013)
  35. Ursula Groden-Kranich sagt: "Dienstleisterin in der Politik" (4. September 2013)
  36. MdB Tankred Schipanski sagt: "Abrechnung mit linker Politik" (4. September 2013)
  37. MdB Manfred Grund sagt: "Die Noch-Arbeitslosen" (3. September 2013)
  38. MdB Michael Kretschmer sagt: "Wichtig ist, was man macht" (3. September 2013)
  39. MdB Gisela Piltz sagt: "Streite mit Leidenschaft" (3. September 2013)
  40. MdB Jens Ackermann sagt: "Freunde durch Pils" (2. September 2013)
  41. MdB Marco Wanderwitz sagt: "Dringendes Problem" (2. September 2013)
  42. MdB Katja Kipping sagt: "Bessere Löhne und weniger Stress" (2. September 2013)
  43. MdB Stefan Rebmann sagt: "Hochschulen öffnen" (30. August 2013)
  44. MdB Sebastian Blumenthal sagt: "Magnet für kluge Köpfe" (30. August 2013)
  45. MdB Steffen Bilger sagt: "Je innovativer, umso besser" (30. August 2013)
  46. MdB Annette Sawade sagt: "Mit dem Lasso einfangen" (29. August 2013)
  47. MdB Ingbert Liebing sagt: "Mensch wie du und ich" (29. August 2013)
  48. MdB Günter Lach sagt: "Keiner darf verloren gehen" (29. August 2013)
  49. MdB Dr. Martin Burkert sagt: "Leider ist das so" (28. August 2013)
  50. MdB Rainer Erdel sagt: "Bürokratieabbau für die Landwirtschaft" (28. August 2013)
  51. MdB Arfst Wagner sagt: "Eigenlob stinkt" (28. August 2013)
  52. Mdb Ulrich Kelber sagt: "Kurzsichtige Unternehmen" (27. August 2013)
  53. MdB Swen Schulz sagt: "Ausschlafen" (27. August 2013)
  54. MdB Uwe Kekeritz sagt: "Wir drohen abzurutschen" (27. August 2013)
  55. MdB Elvira Drobinski-Weiß sagt: "Unsinniges Betreuungsgeld" (26. August 2013)
  56. MdB Maria Flachsbarth sagt: "Nur mit Kreativität und Schaffenskraft" (26. August 2013)
  57. MdB Horst Meierhofer sagt: "So unprofessionell" (26. August 2013)
  58. MdB Alexander Ulrich sagt: "Ächtung des Krieges" (23. August 2013)
  59. MdB Dr. Michael Meister sagt: "Nichts Verwerfliches" (23. August 2013)
  60. MdB Johannes Selle sagt: "App zur Astronomie" (22. August 2013)
  61. MdB Dirk Niebel sagt: "Krone richten. Weitermachen" (22. August 2013)
  62. MdB Susanne Kieckbusch sagt: "Ungebremst empfehlen" (21. August 2013)
  63. MdB Halina Wawzyniak sagt: "Zu wenig schlaue Frauen" (21. August 2013)
  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
  65. MdB Paul Schäfer sagt: "In Würde leben" (21. August 2013)
  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
  71. MdB Sabine Leidig sagt: "Mehr Chancen und weniger Aufwand" (16. August 2013)
  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
  84. ... aus dem Büro des Abgeordneten (7. August 2013)