MdB Günter Lach sagt: „Keiner darf verloren gehen“

Günter Lach (59, CDU/CSU) hat sich einen Akku-Industriestaubsauger gekauft, steht für bodenständige Politik und ist sich sicher, dass Unternehmen aktiv werden müssen.

Günther Lach

Günther Lach

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politiker geworden wären?
Ich wäre weiterhin ehrenamtlich aktiv und würde bei Volkswagen in Wolfsburg arbeiten.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Ich möchte Ansprechpartner sein für die Bürgerinnen und Bürger meines Wahlkreises Helmstedt, Wolfsburg, Brome und Boldecker Land und ihre Interessen und Anliegen in Berlin vertreten. Ich stehe für eine bürgernahe und bodenständige Politik. Dabei ist es mir wichtig, eine Brücke zu schlagen zwischen der Kommunalpolitik und der Politik in Berlin. Meine Ziele sind: Eine verbesserte Infrastruktur für die Region, weitere Konsolidierung der staatlichen Finanzen, weitere Entlastung der Kommunalfinanzen, Förderung des Ehrenamtes, Erhalt des VW-Gesetzes zur Sicherung des Standortes Wolfsburg.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Einen Spendenaufruf für die Sanierung der Vorsfelder St. Petruskirche und Kauf eines Akku-Industriestaubsaugers für die Terrasse.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Meine erste Bewerbung war 1970 zur Ausbildung als Werkzeugmacher beim Volkswagenwerk in Wolfsburg. Glücklicherweise erhielt ich eine Zusage.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Ich hatte das Glück, das nicht erleben zu müssen. Ich kenne die Situation aber aus meinem familiären Umfeld und kann daher gut nachvollziehen, wie belastend das ist.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
Aus meiner Tätigkeit bei Volkswagen weiß ich, dass besonders im Ingenieurbereich Fachkräftemangel herrscht. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben, der sich Politik und Wirtschaft stellen müssen.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Es ist wichtig, dass wir mit einer guten Bildungspolitik die jungen Menschen in unserem Land bestmöglich auf das Berufsleben vorbereiten. Keiner darf verloren gehen. Wir können es uns nicht leisten, auf jemanden zu verzichten. Deshalb gilt unser Augenmerk der frühen Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen ebenso wie dem gelungenen Übergang aus der Schule in eine Berufsausbildung oder der Schaffung von Perspektiven für junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. Unsere Aufgabe ist es in den nächsten Jahren außerdem, die Langzeitarbeitslosen als Fachkräfte für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Gerade in Zeiten der abnehmenden Arbeitslosigkeit stoßen wir auf den Kern der schwer vermittelbaren. Aus diesem Grund sind Maßnahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung ebenso wichtig wie alle weiteren Qualifizierungsinstrumente.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.
Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?

Sicher ist, dass auch die Unternehmen aktiv werden müssen, um gute Bewerber zu finden. Ein von Ihnen vorgeschlagener Talentpool ist vielleicht eine gute Idee. Darüber hinaus sollten sich Unternehmen ihre eigenen Anforderungen nicht zu hoch ansetzen und durch Vorbereitungsangebote die Jugendlichen beim Einstieg in das Berufsleben unterstützen.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.
Ich stehe für eine bodenständige Politik und sehe meine Aufgabe in einer starken Vertretung von kommunalen Themen in Berlin. Ich bin fest in meiner Region verwurzelt und stelle die Anerkennung und Förderung des Ehrenamts in den Mittelpunkt meiner politischen Arbeit. Außerdem ist für mich der Erhalt des VW-Gesetzes und damit die Arbeitsplatzsicherung in der Region ein wichtiges Anliegen.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Lach.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
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  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
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  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
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