MdB Maria Flachsbarth sagt: „Nur mit Kreativität und Schaffenskraft“

Maria Flachsbarth (50, CDU/CSU) ist der Ansicht, dass die Bundesagentur für Arbeit über den größten Talentpool zur Vermittlung von Fachkräften verfügt. Außerdem ist sie für ein gutes Miteinander von Religion und Staat.

Maria Flachsbarth

Maria Flachsbarth

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politikerin geworden wären?
Tierärztin

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Mich für die Anliegen der Menschen in meinem Wahlkreis einsetzen, die Energiewende voranbringen, das Verhältnis des Staates zu den Religionsgemeinschaften konstruktiv und positiv gestalten.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Private Entscheidungen diskutiere ich prinzipiell nicht in der Öffentlichkeit.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Zusage – auf eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Anatomischen Institut der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
-/-

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
Ich denke daran, dass sehr viele Jugendliche in diesem Land keine Ausbildung haben und die Firmen dieses Problem selbst mit verursachen.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Der Fachkräftemangel ist schon heute deutlich spürbar – in einzelnen Branchen und Regionen ebenso wie bei bestimmten Qualifikationen. Wir müssen handeln, denn nahezu alle Prognosen kommen zu dem Ergebnis, dass sich auf mittlere Sicht insbesondere in folgenden Bereichen die Arbeitskräfteengpässe weiter verschärfen könnten. Dabei sind insbesondere Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bereich der Lehre sowie die technisch-naturwissenschaftlichen Berufe betroffen.
Die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen lassen sich nur mit der Kreativität und Schaffenskraft qualifizierter Fachkräfte meistern.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Bereits in der vergangenen Legislaturperiode wurden viele Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel auf den Weg gebracht. So ist die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse vereinfacht und das Informationsportal www.anerkennung-in-deutschland.de etabliert worden. Mit der Bluecard werden mehr ausländische Hochqualifizierte für den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen. Alle diese Aktivitäten werden durch umfangreiche Informationsangebote des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung begleitet. Speziell für den Fachkräftemangel im Mittelstand hat das Bundesministerium für Wirtschaft das Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung im Mittelstand eingerichtet, das mittelständische Unternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften berät.
Für die kommende Legislaturperiode gilt es, die Akzeptanz der „Blauen Karte“ regelmäßig zu überprüfen und fortzuentwickeln. Zudem wollen wir eine gezielte Ansprache von Hochqualifizierten in ihren Heimatländern erreichen. Dazu wollen wir u. a. die Kooperation der Bundesagentur für Arbeit mit den deutschen Auslandsvertretungen und Außenhandelskammern stärken. Sie sollen sich mit dem Aufbau entsprechender Angebote zu Anlaufstellen für Studenten, Hochschulabsolventen und Hochqualifizierte im Ausland entwickeln. Zum Abbau von Sprachbarrieren wollen wir die Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache verbessern. Auch die bereits in der vergangenen Legislaturperiode begonnene Förderung der sogenannten MINT-Fächer soll weiter geführt und fortlaufend überprüft werden. Die Abkürzung MINT steht für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. MINT bedeutet ein breites Berufsspektrum von der Versicherungsmathematikerin, dem Informatikkaufmann, dem Biochemiker bis hin zur Kardiotechnikerin. Hier verbergen sich die Zukunftsbranchen wie beispielsweise Medizintechnik, Energieversorgung, Informationstechnik oder Biotechnologie. Der MINT-Bereich nimmt in der Diskussion um den Fachkräftemangel eine Schlüsselrolle ein, weil die wirtschaftliche und technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands von diesen innovationsstarken Branchen bestimmt wird. Umso wichtiger, dass im Hinblick auf die demografische Entwicklung vorausschauend gehandelt und alles daran gesetzt wird, Personalengpässen im MINT-Bereich frühzeitig vorzubeugen.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet. Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.

Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt. Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?
Die Bundesagentur für Arbeit verfügt derzeit über den größten Talentpool. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Arbeitnehmer an Arbeitgeber zu vermitteln. Dabei greift sie sowohl auf einem Pool aus Bewerbern, als auch aus Arbeitgebern zurück. Über die Arbeit der BA hinaus, können private Initiativen zur Vermittlung von Fachkräften sinnvoll sein.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.

  1. Als Mitglied des Bundestags stimme ich bei der Wahl des neuen Bundeskanzlers für Angela Merkel.
  2. Ich setze mich für die Menschen in meinem WK ein.
  3. Ich arbeite auch zukünftig für das Gelingen der Energiewende und ein gutes Miteinander von Religion und Staat.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Frau Flachsbarth.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  63. MdB Halina Wawzyniak sagt: "Zu wenig schlaue Frauen" (21. August 2013)
  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
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  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
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  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
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  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
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