MdB Thomas Gambke sagt: „Mehr als 30 Bewerbungen“

Thomas Gambke (63) von B90/Die Grünen hat sich auf Empfehlung ein E-Bike gekauft und erinnert sich an zahlreiche Bewerbungen.

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politiker geworden wären?
Ich wäre immer noch Unternehmer und würde in und für das von mir (mit) gegründete Unternehmen arbeiten.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Ich möchte dazu beitragen, dass die Notwendigkeit einer ökologischen und sozialen Transformation unserer Gesellschaft schneller und zielgerichteter geschieht und gleichzeitig Wohlstand und Lebensqualität der Gesellschaft wachsen.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Ich habe Verwandten und Freunden geraten, auf der Basis einer sorgfältigen und neutralen energetischen Bewertung ihrer Miet- oder Eigentumswohnungen und Häusern eine nachhaltige energetische Sanierung vorzunehmen bzw. beim Vermieter anzuregen und dabei ein langfristiges Konzept zu verfolgen. (Wirtschaftlichkeitsrechnung von mindestens 15 Jahren).
Auf Empfehlung eines Freundes habe ich mir ein E-Bike gekauft.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Nach Abschluss meiner wissenschaftlichen Tätigkeit habe ich mehr als 30 Bewerbungen geschrieben, bevor ich eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch erhielt. Das hatte wohl damit zu tun, dass ich aus der Wissenschaft kommend eine Managementaufgabe angestrebt habe.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Ich habe die Absagen als begründet angesehen und keine Gefühle gehabt: ich wollte einen sehr ehrgeizigen Sprung aus der Wissenschaft ins Management machen und konnte kaum nachweisen, welche Fähigkeiten und Erfahrungen ich mit Managementprozessen hatte.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
An die fehlenden Fachkräfte (und zu geringe Bezahlung) von Erzieherinnen und Erziehern, ein wesentlicher Grund für die viel zu geringe vorschulische Erziehung in Deutschland und die in vielen Studien belegte Undurchlässigkeit unseres Bildungssystems. Das wird – wenn nicht konsequent entgegengesteuert wird – die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in Zukunft deutlich schwächen.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für
Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Entsprechend Antwort Frage 6 ist ein wichtiges Ziel, die Bildungsanstrengungen vor allem im vorschulischen Bereich, aber auch in den weiteren Bildungsabschnitten (ganz wichtig: besseres Angebot von Ganztagsschulen, integrative und nicht separierende Schulen) zu verstärken. In meinem Wahlkreis will ich vor allem darauf dringen, dass das sog. „Landshuter Modell“ (Nachschulung von Hauptschülern mit geringer Qualifikation), dass heute von EU und Kommune und nicht vom bayerischen Freistaat finanziert wird, weitergeführt wird und der Bayerische Staat sich nicht länger aus seiner Verantwortung stiehlt. (Finanzminister Söder beklagt die Zahlungen des Bayerischen Staates in den Länderfinanzausgleich. Er hat aber keinerlei Hemmungen, ein signifikanten Nettozuzug von ausgebildeten Frauen und Männern (FacharbeiterInnnen und Akademikern) nach Bayern zu notieren; gut ausgebildete Personen, deren Erziehungs- und Ausbildungskosten von anderen Bundesländern aufgebracht wurden und deren Steuereinnahmen der Bayerische Staat jetzt ohne Kompensation vereinnahmt.)

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.

Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?
Ich kenne das Konzept von YOUNECT nicht ausreichend, um es bewerten zu können und konnte in der mir zur Verfügung stehenden Zeit keine umfassende Recherche machen. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Internet-basierte Plattform zur Darstellung von Unternehmen und Bewerberprofilen durchaus ein sinnvolles Tool darstellen kann. Aus eigener langjähriger Personalarbeit habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass die wirklich außergewöhnlichen Bewerbungen und Personaleinstellungen immer auch aufgrund eines guten persönlichen Netzwerkes zustande kamen. Allerdings rühren meine Erfahrungen ausschließlich aus einer Zeit, in der die Zeitungsanzeige noch der Schwerpunkt der Personalvermittlung war. Ich sehe allerdings in der Dominanz verschiedener Internetplattformen und deren fehlende Transparenz und Einwirkungsmöglichkeiten der Nutzer sowie interessengesteuerter Manipulationsmöglichkeit als sehr kritisch an – ohne eine knappe und einfach Antwort auf die Lösung dieser Probleme zu haben.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.

  1. Gambke bringt Erfahrung, Kompetenz und Fähigkeiten aus 30 jähriger Tätigkeit in Wissenschaft und Wirtschaft in den Deutschen Bundestag.
  2. Gambke wird tatkräftig und verantwortungsvoll legislative und weitere Projekte und Initiativen erarbeiten und unterstützen, die die notwendige ökologische und soziale Transformation der Gesellschaft und vor allem auch der Wirtschaft unterstützen.
  3. Gambke wird diese Projekte und Initiativen in einem demokratischen Prozess unter Einbindung von Bürgern, gesellschaftlichen Gruppen und anderen Fraktionen im Deutschen Bundestag vorantreiben.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Gambke.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  58. MdB Alexander Ulrich sagt: "Ächtung des Krieges" (23. August 2013)
  59. MdB Dr. Michael Meister sagt: "Nichts Verwerfliches" (23. August 2013)
  60. MdB Johannes Selle sagt: "App zur Astronomie" (22. August 2013)
  61. MdB Dirk Niebel sagt: "Krone richten. Weitermachen" (22. August 2013)
  62. MdB Susanne Kieckbusch sagt: "Ungebremst empfehlen" (21. August 2013)
  63. MdB Halina Wawzyniak sagt: "Zu wenig schlaue Frauen" (21. August 2013)
  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
  65. MdB Paul Schäfer sagt: "In Würde leben" (21. August 2013)
  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
  71. MdB Sabine Leidig sagt: "Mehr Chancen und weniger Aufwand" (16. August 2013)
  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
  84. ... aus dem Büro des Abgeordneten (7. August 2013)