MdB Dr. Peter Tauber sagt: „Auf die Städte fixiert“

Dr. Peter Tauber (39, CDU/CSU) hofft, dass der Talentpool noch mehr Zulauf erhält, setzt sich für den Mittelstand ein und will die Geburtenrate steigern.

Peter Tauber

Peter Tauber (Foto: © Tobias Koch)

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politiker geworden wären?
Ich würde dann wahrscheinlich weiterhin als Pressesprecher für einen Finanzdienstleister in Frankfurt arbeiten und meinem Lehrauftrag am Historischen Seminar der Johann Wolfgang von Goethe-Universität nachgehen.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Auf jeden Fall möchte ich dafür sorgen, dass es in meiner Heimat so schön bleibt, wie es jetzt ist. Wir müssen deshalb die ländlichen Räume mehr ins Gespräch bringen: politische Debatten sind immer auf die Städte fixiert, obwohl unsere Wirtschaft vor allem von den mittelständischen Unternehmen auf dem Land geprägt wird.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Ich empfehle anderen gerne gute Artikel, die mir gefallen – dafür nutze ich u.a. soziale Netzwerke und darüber lasse ich mir hin und wieder auch interessante Dinge empfehlen, Bücher zum Beispiel.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Meine erste Bewerbung war in der Schule, für ein Praktikum, das damals schon verpflichtend war. Ich habe mich bei mehreren Stellen beworben, und bis auf zwei haben alle abgesagt – vermutlich, weil die meisten Schüler dort hinwollten.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Ja, selbstverständlich habe ich schon Absagen erhalten, das gehört zum Berufsleben. Ich kann mich noch an eine Stelle erinnern, die ich unbedingt haben wollte und war sehr enttäuscht, als ich abgelehnt wurde.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
Ohne ausreichend qualifiziertes Personal gerät der hochinnovative Wirtschaftstandort Deutschland ins Hintertreffen. Fachkräftesicherung hat daher politische Priorität.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Vorrangig sind die inländischen Potenziale bei Frauen, Älteren und Jugendlichen zu aktivieren, sowie geeignete Maßnahmen zu ergreifen, unser Land für qualifizierte Auslandskräfte noch attraktiver werden zu lassen. Auf lange Sicht braucht Deutschland aber einen eigenen Nachwuchs an Fachkräften, d.h. wir müssen die Geburtenrate steigern.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.
Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?

Ich halte das für eine sehr gute Idee, und hoffe, dass der Talentpool noch mehr Zulauf erhält. Wir müssen das Internet für uns nutzen, weil es so viele Möglichkeiten für uns bereithält. Auch dafür setze ich mich im Rahmen meiner Arbeit für der Enquetekommission Internet und digitale Gesellschaft ein.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.
Weil ich mich für die Menschen in meine Wahlkreis einsetze und ihnen die Möglichkeit geben möchte, ihre Familie und ihren Beruf zu vereinbaren. Vor allem junge Menschen möchte ich unterstützen, in Deutschland sichere Arbeitsplätze zu finden. Und als dritten Punkt: Ich setze mich für den Mittelstand in Deutschland ein, weil der die Wirtschaft in unserer Region trägt und für Beschäftigung sorgt.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Dr. Tauber.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
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  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
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  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
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  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
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  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
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