MdB Gisela Piltz sagt: „Streite mit Leidenschaft“

Gisela Piltz (48, FDP) wird demnächst „Er ist wieder da“ lesen, weiß, wie der Zuzug ausländischer Fachkräfte gestaltet sein muss und kämpft besonders für Bürgerrechte und Datenschutz.

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politikerin geworden wären?
Sportreporterin.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Als Parlamentarierin streite ich mit Leidenschaft für die Bürgerrechte. Mein Ziel ist dabei, der Freiheit in Deutschland und Europa größtmöglichen Raum zu geben und dort, wo es nötig ist, einen gesetzlichen Rahmen ohne unverhältnismäßige Freiheitseinschränkungen zu setzen.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Auch privat empfehle ich jedem, meine schöne Heimatstadt Düsseldorf zu besuchen und sich dort von rheinischem Frohsinn, netten Menschen und vielen kulturellen Angeboten inspirieren zu lassen.
Auf Empfehlung geschätzter Kollegen aus dem Deutschen Bundestag werde ich bei nächster Gelegenheit das Buch „Er ist wieder da“ von Timur Vermes lesen.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Ja, aber wie Sie wissen setze ich mich mit der FDP für einen umfangreichen Arbeitnehmerdatenschutz ein, unter den auch Bewerbungsgespräche fallen.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Im ersten Moment natürlich nicht so gut. Dann aber habe ich überlegt und mit Freunden besprochen, wie ich meine Bewerbung weiter optimieren kann und bin mit gestärktem Selbstbewusstsein in den nächsten „Kampf“ gezogen. Je nachdem, wieviele Bewerber um eine Stelle buhlen, muss man manchmal auch einen langen Atem haben und darf nicht gleich aufgeben.
Sollte sich abzeichnen, dass ein Ziel schwierig oder gar nicht zu erreichen ist, sollte man aber auch zumindest darüber nachdenken, ob nicht ebenso andere Stellen für einen infrage kommen, die man bis dahin noch nicht bedacht hat.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
Dass eine gute Ausbildung und Qualifikation eine Investition in die eigene Zukunft ist, die sich für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber heute mehr denn je auszahlt.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Die Behebung des Fachkräftemangels wollen wir mit einem ganzheitlichen Konzept angehen: Dazu gehört die Aktivierung des Potenzials der Arbeitslosen, die längere Einbindung von älteren Arbeitnehmern, bessere Chancen für Frauen, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bessere Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen und bessere Qualifizierung.
Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung muss zur Strategie aber auch mehr gesteuerte Einwanderung von Fachkräften gehören. Wir wollen die Attraktivität Deutschlands für Hochqualifizierte weiterhin steigern. Der Zuzug von ausländischen Fachkräften muss systematisch an den Bedürfnissen des deutschen Arbeitsmarkts ausgerichtet und nach zusammenhängenden, klaren, transparenten und gewichteten Kriterien wie beispielsweise Bedarf, Qualifizierung und Integrationsfähigkeit gestaltet werden.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.
Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?

Wenn die Bewerber mit der Weitergabe ihrer Daten zu diesem Zweck einverstanden sind und der Missbrauch der Daten ausgeschlossen ist, finde ich diese Idee hervorragend. Wichtig ist, dass der Vorgang der Datenweitergabe für alle Beteiligten transparent und sicher ist.

Bisher war es zwar tatsächlich so, dass auch gut qualifizierte Bewerber Absagen erhielten. Mehr und mehr wandelt sich aber das Blatt dahingehend, dass gut qualifizierte Bewerber Mangelware werden. Aber auch oder gerade unter diesen Bedingungen ist es wichtig, dass die vorhandenen Kräfte und ihre potenziellen Arbeitgeber zueinander finden. Deshalb ist jede umsetzbare Idee, die hierbei hilft, ausdrücklich zu begrüßen.

Mein Wahlkreis Düsseldorf steht auch für Innovation und Flexibilität, auch unsere Unternehmen dort sind für gute Ideen immer zu haben.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.

  1. Die FDP hatte bereits in dieser Legislaturperiode großen Anteil daran, dass Deutschland Wachstumsmotor in Europa geworden ist, unsere Wirtschaft gute Rahmenbedingungen hat und damit mehr Menschen Arbeit und Perspektive haben. Die FDP steht auch in Zukunft für Wohlstand durch solide Staatsfinanzen und wirtschaftliche Vernunft.
  2. Erfolgreich gekämpft habe ich insbesondere in meinem Arbeitsbereich für Bürgerrechte und Datenschutz. Beispielsweise haben wir mit der Abschaffung der Datenbank ELENA die zentrale und anlasslose Speicherung unzähliger Personendaten verhindert und eine Stiftung für den Datenschutz ins Leben gerufen. Wir stehen auch weiterhin für den Schutz von Bürgerrechten und der Daten von Bürgern und Unternehmen.
  3. Wir fördern Bildung und Wissenschaft und kämpfen für Leistungsgerechtigkeit. Die FDP erkennt die Arbeit der Menschen an und hat sie deshalb um 22 Milliarden Euro entlastet. Diesen Weg der Motivation wollen wir weiter gehen, beispielsweise durch die Abschaffung der Kalten Progression und des Solidaritätszuschlags, des Abbaus von noch mehr Bürokratie und der Vereinfachung des Steuerrechts.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Frau Piltz.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  37. MdB Manfred Grund sagt: "Die Noch-Arbeitslosen" (3. September 2013)
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  39. MdB Gisela Piltz sagt: "Streite mit Leidenschaft" (3. September 2013)
  40. MdB Jens Ackermann sagt: "Freunde durch Pils" (2. September 2013)
  41. MdB Marco Wanderwitz sagt: "Dringendes Problem" (2. September 2013)
  42. MdB Katja Kipping sagt: "Bessere Löhne und weniger Stress" (2. September 2013)
  43. MdB Stefan Rebmann sagt: "Hochschulen öffnen" (30. August 2013)
  44. MdB Sebastian Blumenthal sagt: "Magnet für kluge Köpfe" (30. August 2013)
  45. MdB Steffen Bilger sagt: "Je innovativer, umso besser" (30. August 2013)
  46. MdB Annette Sawade sagt: "Mit dem Lasso einfangen" (29. August 2013)
  47. MdB Ingbert Liebing sagt: "Mensch wie du und ich" (29. August 2013)
  48. MdB Günter Lach sagt: "Keiner darf verloren gehen" (29. August 2013)
  49. MdB Dr. Martin Burkert sagt: "Leider ist das so" (28. August 2013)
  50. MdB Rainer Erdel sagt: "Bürokratieabbau für die Landwirtschaft" (28. August 2013)
  51. MdB Arfst Wagner sagt: "Eigenlob stinkt" (28. August 2013)
  52. Mdb Ulrich Kelber sagt: "Kurzsichtige Unternehmen" (27. August 2013)
  53. MdB Swen Schulz sagt: "Ausschlafen" (27. August 2013)
  54. MdB Uwe Kekeritz sagt: "Wir drohen abzurutschen" (27. August 2013)
  55. MdB Elvira Drobinski-Weiß sagt: "Unsinniges Betreuungsgeld" (26. August 2013)
  56. MdB Maria Flachsbarth sagt: "Nur mit Kreativität und Schaffenskraft" (26. August 2013)
  57. MdB Horst Meierhofer sagt: "So unprofessionell" (26. August 2013)
  58. MdB Alexander Ulrich sagt: "Ächtung des Krieges" (23. August 2013)
  59. MdB Dr. Michael Meister sagt: "Nichts Verwerfliches" (23. August 2013)
  60. MdB Johannes Selle sagt: "App zur Astronomie" (22. August 2013)
  61. MdB Dirk Niebel sagt: "Krone richten. Weitermachen" (22. August 2013)
  62. MdB Susanne Kieckbusch sagt: "Ungebremst empfehlen" (21. August 2013)
  63. MdB Halina Wawzyniak sagt: "Zu wenig schlaue Frauen" (21. August 2013)
  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
  65. MdB Paul Schäfer sagt: "In Würde leben" (21. August 2013)
  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
  71. MdB Sabine Leidig sagt: "Mehr Chancen und weniger Aufwand" (16. August 2013)
  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
  84. ... aus dem Büro des Abgeordneten (7. August 2013)