MdB Ingo Wellenreuther sagt: „Zum Wohle unserer Stadt“

Ingo Wellenreuther (53, CDU/CSU) hat erkannt, dass Empfehlungs-Recruiting dazu beitragen kann, Informations- und Transaktionskosten zu senken, ein funktionierender Rechtsstaat ist ihm sehr wichtig und möchte niemanden verloren geben.

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politiker geworden wären?
Wenn ich mich im Jahr 2002 nicht entschieden hätte, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren würde ich wahrscheinlich noch als Richter arbeiten. Zuletzt war ich Vorsitzender Richter am Landgericht.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Mir ist es ein wichtiges Anliegen, die Karlsruher Interessen in Berlin zu vertreten. Als Mitglied im Innen- und Rechtsausschuss geht es mir außerdem darum, immer für ein ausgewogenes Verhältnis von Sicherheit und Freiheit zu sorgen.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Gerade im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt spreche ich häufiger Empfehlungen für mir bekannte Persönlichkeiten aus, die sich bei mir bekannten Unternehmen bewerben möchten. Erst vor wenigen Wochen hat ein junger Mann auf diese Weise einen Ausbildungsplatz bei einem Karlsruher Unternehmen erhalten.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Es war eine Bewerbung bei der Deutschen Bank, auf die ich eine Absage bekommen habe. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich die schriftliche Bewerbung nicht geschickt genug formuliert hatte.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Zunächst war ich natürlich enttäuscht. Heute bin ich froh darüber.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
Die Jugendarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg gehört zu den niedrigsten in ganz Europa und doch ist sie nicht bei Null. Es muss uns gelingen, allen jungen Menschen in Deutschland eine Perspektive zu geben – wir dürfen niemanden verloren geben. Bildung muss die höchste Priorität haben, wenn wir das Problem des Fachkräftemangels lösen wollen.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Eine der größten Herausforderungen für unsere Wirtschaft ist der Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeitern. Schon heute gibt es Branchen und Regionen, die wirtschaftlich erfolgreicher sein könnten, wenn es ausreichend Fachkräfte geben würde. Deshalb hat die unionsgeführte Bundesregierung mit der Umsetzung ihres Fachkräftekonzepts begonnen. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
Die duale Ausbildung in Schule und Betrieb bietet unseren jungen Menschen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Sie werden damit bestmöglich ausgebildet und auf ihren künftigen Beruf vorbereitet. Den ausbildenden Betrieben wiederum bietet sich so frühzeitig die Möglichkeit, junge Menschen als Nachwuchskräfte zu gewinnen. Diese Stärke wollen wir zusammen mit den Arbeitgebern und Gewerkschaften dauerhaft sichern und weiterentwickeln. Eine wichtige Rolle spielen für uns dabei auch die Jugendausbildungsvertretungen, die die Interessen der Auszubildenden einbringen und auf diesem Weg an der laufenden Verbesserung der Ausbildungsarbeit in den Betrieben mitwirken.
Mit Blick auf den Fachkräftemangel brauchen wir weitere hochqualifizierte und leistungsbereite Menschen aus anderen Ländern. Sie sind uns willkommen. Für sie und ihre Familien wollen wir unser Land zum Leben und Arbeiten noch attraktiver machen. Bürger aus EU-Staaten können und sollen die Chancen der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union nutzen. Bürokratische Hindernisse, die diesen Zielen entgegenstehen, wollen wir weiter abbauen. Für Hochqualifizierte aus Nicht-EU-Staaten haben wir mit der „Blauen Karte“ die Türen für den deutschen Arbeitsmarkt bereits geöffnet. Wir wollen die Akzeptanz der „Blauen Karte“ regelmäßig überprüfen und fortentwickeln. Zudem wollen wir eine gezielte Ansprache von Hochqualifizierten in ihren Heimatländern erreichen. Dazu wollen wir u. a. die Kooperation der Bundesagentur für Arbeit mit den deutschen Auslandsvertretungen und Außenhandelskammern stärken. Sie sollen sich mit dem Aufbau entsprechender Angebote zu Anlaufstellen für Studenten, Hochschulabsolventen und Hochqualifizierte im Ausland entwickeln. Zum Abbau von Sprachbarrieren wollen wir die Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache verbessern.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.
Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?

Ich bin der Auffassung, dass gegenseitige Empfehlungen für Unternehmen und Bewerber eine sinnvolle Möglichkeit sein können, um Informations- und Transaktionskosten zu senken und würde dieses Projekt daher auch in meinem Wahlkreis unterstützen. Natürlich stehen die Unternehmen einer Branche in einer Region auch miteinander im Wettbewerb, weswegen das Projekt wohl nur dann erfolgreich angenommen wird, wenn es sich um ein gleichmäßiges Geben und Nehmen handelt.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.
Ich setze mich seit vielen Jahren für die Belange Karlsruhes in Berlin ein und möchte diese erfolgreiche Arbeit zum Wohle unserer Stadt gerne fortsetzen. Ich bitte erneut um das Vertrauen der Karlsruherinnen und Karlsruher, weil ich tatkräftig, erfahren und bürgernah bin. Steuererhöhungen, die insbesondere den Mittelstand belasten, lehne ich ab, da dadurch Ausbildungs- und Arbeitsplätze bedroht und damit die Zukunftschancen für junge Menschen und die soziale Sicherheit gefährdet würden. Alle Menschen in Deutschland müssen frei und sicher leben können, weswegen mir als ehemaligem Staatsanwalt und Richter ein funktionierender Rechtsstaat mit einer gut ausgestatteten Justiz und Polizei sehr wichtig sind.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Wellenreuther.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  63. MdB Halina Wawzyniak sagt: "Zu wenig schlaue Frauen" (21. August 2013)
  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
  65. MdB Paul Schäfer sagt: "In Würde leben" (21. August 2013)
  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
  71. MdB Sabine Leidig sagt: "Mehr Chancen und weniger Aufwand" (16. August 2013)
  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
  84. ... aus dem Büro des Abgeordneten (7. August 2013)