MdB Jimmy Schulz sagt: „Wettbewerb um die klügsten Köpfe“

Jimmy Schulz (44, FDP) empfiehlt Datenverschlüsselung, will das Inland-Potenzial nutzen und vor allem seinen Job gut machen.

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politiker geworden wären?
Ich bin seit über 20 Jahren Internet- und IT-Unternehmer und seit 2009 Politiker auf Zeit. Mein Unternehmen läuft weiter, geführt von meinem Kompagnon, bis ich wieder zurückkehre.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
In erster Linie ist es mir wichtig, dass ich meinen Job gut mache. Dass die Bürger in meinem Wahlkreis sich gut von mir vertreten fühlen und sich mit ihren Anliegen immer an mich wenden können.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Ich empfehle grundsätzlich allen Menschen, ihre Daten und Kommunikation zu verschlüsseln. Mehr dazu kann man auch in meinem Blog finden: http://www.jimmy-schulz.com/content/so-sch%C3%BCtze-ich-mich-vor-datendieben

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Direkt nach der Schule habe ich mich bei mehreren Medienunternehmen beworben. Natürlich habe ich dort auch die eine oder andere Absage bekommen. Ich habe darauf allerdings einen Job als Redakteur einer Computerzeitung bekommen. Es lohnt sich also immer am Ball zu bleiben!

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Im ersten Moment ist eine Absage natürlich frustrierend, vor allem, wenn man den angestrebten Job sehr interessant fand. Wichtig ist aber auch hier, wie sonst im Leben, dass man nicht aufgeben darf! Oft liegt es nicht an dem Bewerber selber, dass es nicht geklappt hat, sondern an anderen Gründen, für die der Bewerber nichts kann. Deswegen darf man sich von kleinen Rückschritten nicht aufhalten lassen.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
Es gibt immer Fachgebiete in denen es mal mehr und mal weniger Arbeitssuchende gibt. Durch gezielte Anwerbung an Universitäten und Schulen kann dies mittelfristig ausgeglichen werden. Wenn dies nicht zu einer Besserung führt, sind Initiativen, die durch gezielte Ansprache abgewanderte Fachkräfte aus dem Ausland wieder zurückholen, eine wichtige Maßnahme.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung in Deutschland und Ihrem Wahlkreis?
Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs muss das Inland-Potenzial – v.a. Frauen, Ältere, Migranten – genutzt und Zuwanderung vereinfacht werden. Der demographische Wandel macht weitere Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel notwendig. Die FDP war in den vergangenen vier Jahren auf diesem Gebiet bereits sehr aktiv: Die Einführung der Blue-Card EU sowie weitere Änderungen im Ausländerrecht – u.a. Senkung Mindestverdienstgrenzen, Beschleunigung Vorrangprüfung, Erleichterungen für Studierende – sind FDP-Erfolge in Regierungsverantwortung, ebenso das Gesetz zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen. Deutschland darf den Wettbewerb um die klügsten Köpfe nicht ignorieren. Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexibler Renteneintritt für Ältere, die Zuwanderungssteuerung durch ein Punktesystem, vereinfachte Arbeitserlaubnis, Visaerteilung und Anerkennung von Abschlüssen sowie Anwerbemaßnahmen sichern den Fachkräftebedarf.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.

Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?

Diese Idee erscheint mir ein weiterer guter Baustein zu sein der den Bedarf gut abdecken kann.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte?
Drei Punkte sind mir besonders wichtig und für diese möchte ich mich auch gerne im nächsten Bundestag wieder engagieren: Netzpolitik, Wirtschaft und Bildung. Im Bereich Netzpolitik haben wir in den vergangenen vier Jahren viel erreichen können: Wir haben die Vorratsdatenspeicherung verhindert, Netzsperren abgeschafft und ACTA verhindert und vor allem ELENA wieder abgeschafft. Aber auch die Wirtschaftsförderung, insbesondere im Start-Up Bereich, liegt mir sehr am Herzen, um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern. Schließlich ist Bildung für mich ein wichtiges Thema, weil Wissen der Schlüssel für jeden einzelnen ist, um im Leben das zu erreichen, was er sich erhofft.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Schulz.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  39. MdB Gisela Piltz sagt: "Streite mit Leidenschaft" (3. September 2013)
  40. MdB Jens Ackermann sagt: "Freunde durch Pils" (2. September 2013)
  41. MdB Marco Wanderwitz sagt: "Dringendes Problem" (2. September 2013)
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  50. MdB Rainer Erdel sagt: "Bürokratieabbau für die Landwirtschaft" (28. August 2013)
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  52. Mdb Ulrich Kelber sagt: "Kurzsichtige Unternehmen" (27. August 2013)
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  55. MdB Elvira Drobinski-Weiß sagt: "Unsinniges Betreuungsgeld" (26. August 2013)
  56. MdB Maria Flachsbarth sagt: "Nur mit Kreativität und Schaffenskraft" (26. August 2013)
  57. MdB Horst Meierhofer sagt: "So unprofessionell" (26. August 2013)
  58. MdB Alexander Ulrich sagt: "Ächtung des Krieges" (23. August 2013)
  59. MdB Dr. Michael Meister sagt: "Nichts Verwerfliches" (23. August 2013)
  60. MdB Johannes Selle sagt: "App zur Astronomie" (22. August 2013)
  61. MdB Dirk Niebel sagt: "Krone richten. Weitermachen" (22. August 2013)
  62. MdB Susanne Kieckbusch sagt: "Ungebremst empfehlen" (21. August 2013)
  63. MdB Halina Wawzyniak sagt: "Zu wenig schlaue Frauen" (21. August 2013)
  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
  65. MdB Paul Schäfer sagt: "In Würde leben" (21. August 2013)
  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
  71. MdB Sabine Leidig sagt: "Mehr Chancen und weniger Aufwand" (16. August 2013)
  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
  84. ... aus dem Büro des Abgeordneten (7. August 2013)