MdB Kerstin Tack sagt: „Marktwächter mit Klagerechten“

Kerstin Tack (44, SPD) rückt soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt der Politik, rät zu einem sorgfältigen Umgang mit Daten und wäre lieber in einer Brauerei in die Lehre gegangen.

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politikerin geworden wären?
Ich wäre weiterhin Landesbedienstete in der Niedersächsischen Landessozialverwaltung und hätte Jugendämter in Steuerungsfragen beraten.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Ich trete für mehr Gerechtigkeit ein. In meinem bisherigen Verantwortungsbereich, dem Verbraucherschutz, heißt das: Auf Augenhöhe zwischen Verbrauchern und Anbietern. Deshalb Stärkung der Verbraucher durch Ausbau und Weiterentwicklung der Verbraucherzentralen hin zu Marktwächtern mit Klagerechten.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Privat habe ich meiner Nachbarin (80 Jahre) vor einigen Tagen empfohlen, ihre gerade erworbenen Kenntnisse zum Umgang mit dem Internet dahingehend zu erweitern, dass sie mit ihren persönlichen Daten äußerst sorgfältig umgeht.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Ja, es war 1985 nach meinem Realschulabschluss. Ich habe mich bei Steuerberatern, einer Brauerei und einem Rechtsanwalt beworben. Letzterer hat mir einen Ausbildungsplatz gegeben.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Ich hätte lieber die Lehre in der Brauerei als Einzelhandelskauffrau gemacht. Heute bin ich froh, dass ich beim Rechtsanwalt den Umgang mit und die Anwendung von Gesetzen erlernen konnte.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
An eine gute Berufsberatung in Schulen, an Defizite im Schulsystem und an eine gute Willkommenskultur der Einwanderer.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?
Ich sehe da sowohl auf Bundesebene wie im Wahlkreis vier Aufgabenfelder:

  • Schaffung von mehr alters- und alternsgerechten Arbeitsmöglichkeiten, damit die Kenntnisse der erfahren Arbeitskräfte angemessen genutzt werden können.
  • Verbesserung der Möglichkeiten von Frauen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dazu gehört die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenso wie gleiche Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen entsprechend denen von Männern.
  • Deutlich erhöhte Investitionen in die Ausbildung und Qualifizierung der Menschen, damit alle Fähigkeits- und Arbeitspotenziale der Jugend genutzt werden und niemand vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen wird.
  • Ergänzung dieser Maßnahmen durch qualifizierte Zuwanderung entsprechender Fachkräfte.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.
Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?

Die Empfehlung zweit- und drittplatzierter BewerberInnen halte ich für eine gute Idee, sofern dies datenschutzrechtlich einwandfrei geschieht. Auch Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools kann meines Erachtens zur Fachkräftesicherung beitragen. Ich kann mir vorstellen, dass sich Unternehmen meines Wahlkreises gegenseitig gute Bewerber empfehlen, zumindest sofern sie nicht in direkter Konkurrenz zueinander stehen.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.

  1. Ich habe mich intensiv in meine Verantwortungsgebiete eingearbeitet und will meine Vorstellungen jetzt umsetzen.
  2. Ich bin in meinem Wahlkreis stark verankert und lasse die vielen Anregungen in meine Berliner Arbeit einfließen.
  3. Die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt der Politik zu rücken ist mein Ziel. Mit meiner Hartnäckigkeit und Kommunikationsfähigkeit will ich einen wichtigen Beitrag leisten.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Frau Tack.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

  1. Das Ende einer Befragung (20. September 2013)
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  3. MdB Dr. Kirsten Tackmann sagt: "Selbstbewusstsein reduzieren" (19. September 2013)
  4. MdB Ute Vogt sagt: "Plötzlich nutzlos" (18. September 2013)
  5. MdB Marco Bülow sagt: "Transparenter Abgeordneter" (18. September 2013)
  6. MdB Josip Juratovic sagt: "Mies und ungerecht" (18. September 2013)
  7. MdB Dr. Valerie Wilms sagt: "Fortbestand der Chaos-Truppe" (17. September 2013)
  8. MdB Kathrin Vogler sagt: "Friedliche Konfliktlösungen" (17. September 2013)
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  30. MdB Dr. Thomas Feist sagt: "Das Unmögliche möglicher machen" (6. September 2013)
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  32. MdB Ingo Wellenreuther sagt: "Zum Wohle unserer Stadt" (5. September 2013)
  33. MdB Kerstin Tack sagt: "Marktwächter mit Klagerechten" (5. September 2013)
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  35. Ursula Groden-Kranich sagt: "Dienstleisterin in der Politik" (4. September 2013)
  36. MdB Tankred Schipanski sagt: "Abrechnung mit linker Politik" (4. September 2013)
  37. MdB Manfred Grund sagt: "Die Noch-Arbeitslosen" (3. September 2013)
  38. MdB Michael Kretschmer sagt: "Wichtig ist, was man macht" (3. September 2013)
  39. MdB Gisela Piltz sagt: "Streite mit Leidenschaft" (3. September 2013)
  40. MdB Jens Ackermann sagt: "Freunde durch Pils" (2. September 2013)
  41. MdB Marco Wanderwitz sagt: "Dringendes Problem" (2. September 2013)
  42. MdB Katja Kipping sagt: "Bessere Löhne und weniger Stress" (2. September 2013)
  43. MdB Stefan Rebmann sagt: "Hochschulen öffnen" (30. August 2013)
  44. MdB Sebastian Blumenthal sagt: "Magnet für kluge Köpfe" (30. August 2013)
  45. MdB Steffen Bilger sagt: "Je innovativer, umso besser" (30. August 2013)
  46. MdB Annette Sawade sagt: "Mit dem Lasso einfangen" (29. August 2013)
  47. MdB Ingbert Liebing sagt: "Mensch wie du und ich" (29. August 2013)
  48. MdB Günter Lach sagt: "Keiner darf verloren gehen" (29. August 2013)
  49. MdB Dr. Martin Burkert sagt: "Leider ist das so" (28. August 2013)
  50. MdB Rainer Erdel sagt: "Bürokratieabbau für die Landwirtschaft" (28. August 2013)
  51. MdB Arfst Wagner sagt: "Eigenlob stinkt" (28. August 2013)
  52. Mdb Ulrich Kelber sagt: "Kurzsichtige Unternehmen" (27. August 2013)
  53. MdB Swen Schulz sagt: "Ausschlafen" (27. August 2013)
  54. MdB Uwe Kekeritz sagt: "Wir drohen abzurutschen" (27. August 2013)
  55. MdB Elvira Drobinski-Weiß sagt: "Unsinniges Betreuungsgeld" (26. August 2013)
  56. MdB Maria Flachsbarth sagt: "Nur mit Kreativität und Schaffenskraft" (26. August 2013)
  57. MdB Horst Meierhofer sagt: "So unprofessionell" (26. August 2013)
  58. MdB Alexander Ulrich sagt: "Ächtung des Krieges" (23. August 2013)
  59. MdB Dr. Michael Meister sagt: "Nichts Verwerfliches" (23. August 2013)
  60. MdB Johannes Selle sagt: "App zur Astronomie" (22. August 2013)
  61. MdB Dirk Niebel sagt: "Krone richten. Weitermachen" (22. August 2013)
  62. MdB Susanne Kieckbusch sagt: "Ungebremst empfehlen" (21. August 2013)
  63. MdB Halina Wawzyniak sagt: "Zu wenig schlaue Frauen" (21. August 2013)
  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
  65. MdB Paul Schäfer sagt: "In Würde leben" (21. August 2013)
  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
  71. MdB Sabine Leidig sagt: "Mehr Chancen und weniger Aufwand" (16. August 2013)
  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
  84. ... aus dem Büro des Abgeordneten (7. August 2013)