MdB Uwe Beckmeyer sagt: „Auf mich trifft das nicht zu“

Uwe Beckmeyer (64, SPD) ist mit Leib und Seele Bremerhavener und Bremer und empfiehlt seiner Frau Urlaub an der Ostsee – ihre Empfehlung, er solle sie doch begleiten, nimmt er natürlich an.

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politiker geworden wären?
Lehrer für Mathematik und Physik. In Bremerhaven habe ich nach meinem Studium fünf Jahre lang in diesem Beruf gearbeitet.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Am 22.9. möchte ich für die SPD erneut das Direktmandat in meinem Wahlkreis Bremen / Bremerhaven gewinnen – um mit den Menschen vor Ort eine gute Zukunft für unseren Zwei-Städte-Staat zu gestalten.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Ich habe meiner Frau empfohlen, im Juli mal wieder eine Woche an der Ostsee zu verbringen. Das hat sie auch getan und mir geraten, sie zu begleiten. War eine gute Idee.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Das war meine Bewerbung beim Magistrat. Die Stelle als Mathematik- und Physiklehrer habe ich seinerzeit erfreulicherweise erhalten.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Auf mich trifft das nicht zu (siehe oben), aber ich weiß aus vielen Gesprächen mit jungen Leuten aus meinem Wahlkreis, wie frustrierend Absagen gerade beim Start in das Berufsleben sind. Deshalb wollen wir als SPD an zwei Stellen ansetzen: Damit Azubis in Bremerhaven, Bremen und andernorts gut ausgebildet werden, werden wir eine gemeinsame Ausbildungsoffensive von Bund, Wirtschaft und Gewerkschaften auf den Weg bringen; dazu gehört für uns auch eine Mindestvergütung für die Auszubildenden. Daneben wollen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Erlangung der Berufsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler legen, die nach der 10. Klasse von der Schule abgehen.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
An die Politik der aktuellen Bundesregierung, die das Problem weiter verschärft hat. Mit den Kürzungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik ist vielen Menschen – ob alt oder jung – die Chance auf Qualifizierung genommen und der Weg aus der Arbeitslosigkeit versperrt worden. Bereits heute gibt es in bestimmten Regionen und Berufen einen Mangel an Fachkräften, in meinem Wahlkreis Bremen und Bremerhaven trifft das z.B. auf das Gaststättengewerbe oder das Gesundheitswesen zu. Gleichzeitig hat sich der Sockel von Menschen, die dauerhaft in Langzeitarbeitslosigkeit verharren, verfestigt. Das ist ein Widerspruch, den wir nicht hinnehmen werden.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung in Deutschland und Ihrem Wahlkreis?
Gemeinsam mit den Tarifpartnern wollen wir eine Qualitätsoffensive für betriebliche Ausbildung starten und dabei insbesondere strukturschwache Regionen unterstützen, z.B. indem berufliche Schulen als professionelle Ausbildungszentren einbezogen werden. In Bremen haben wir mit dem Aktionsbündnis „Ausbildung im Bremer Gastgewerbe“ von NGG, Dehoga, Handelskammer und Berufsschule einen solchen viel versprechenden Ansatz. Wir wollen aber insbesondere auch die Möglichkeiten zur Berufstätigkeit für Ältere, Berufsrückkehrerinnen und –rückkehrer, Migrantinnen und Migranten sowie Langzeitarbeitslose erweitern. Das Beispiel der Gesundheitswirtschaft, die in meinem Wahlkreis eine sehr wichtige Branche darstellt, zeigt aber auch, dass es neben einer guten Ausbildung auch eine bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie braucht, damit ein Berufsfeld für Bewerberinnen und Bewerber attraktiv ist.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.
Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools  zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?
Ich würde mir wünschen, dass gute Bewerberinnen und Bewerber umgehend eine Stelle finden und die Agenturen für Arbeit ihren Teil dazu beitragen. Im Übrigen begrüße ich es immer, wenn Unternehmen gesellschaftlich Verantwortung übernehmen. Insofern: ja.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte?
Ich bin mit Leib und Seele Bremerhavener und Bremer, und will mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass sich unsere beiden Städte gut entwickeln und die Menschen gerne hier leben. Dafür setze ich mich seit 2002 im Deutschen Bundestag ein, und dafür bitte ich auch im September um die Unterstützung der Wählerinnen und Wähler.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Beckmeyer.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  51. MdB Arfst Wagner sagt: "Eigenlob stinkt" (28. August 2013)
  52. Mdb Ulrich Kelber sagt: "Kurzsichtige Unternehmen" (27. August 2013)
  53. MdB Swen Schulz sagt: "Ausschlafen" (27. August 2013)
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  56. MdB Maria Flachsbarth sagt: "Nur mit Kreativität und Schaffenskraft" (26. August 2013)
  57. MdB Horst Meierhofer sagt: "So unprofessionell" (26. August 2013)
  58. MdB Alexander Ulrich sagt: "Ächtung des Krieges" (23. August 2013)
  59. MdB Dr. Michael Meister sagt: "Nichts Verwerfliches" (23. August 2013)
  60. MdB Johannes Selle sagt: "App zur Astronomie" (22. August 2013)
  61. MdB Dirk Niebel sagt: "Krone richten. Weitermachen" (22. August 2013)
  62. MdB Susanne Kieckbusch sagt: "Ungebremst empfehlen" (21. August 2013)
  63. MdB Halina Wawzyniak sagt: "Zu wenig schlaue Frauen" (21. August 2013)
  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
  65. MdB Paul Schäfer sagt: "In Würde leben" (21. August 2013)
  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
  71. MdB Sabine Leidig sagt: "Mehr Chancen und weniger Aufwand" (16. August 2013)
  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
  84. ... aus dem Büro des Abgeordneten (7. August 2013)