Ursula Groden-Kranich sagt: „Dienstleisterin in der Politik“

Bundestagskandidatin Ursula Groden-Kranich (48, CDU/CSU) ist noch immer Bankkauffrau, denkt bei „Fachkräftemangel“ vor allem an das Handwerk und lebt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ursula Groden Kranich

Ursula Groden Kranich

Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Politikerin geworden wären?
Bankkauffrau habe ich gelernt und, da ich bislang nur ehrenamtlich politisch tätig bin, diesen Beruf auch bis zuletzt ausgeübt.

Was möchten Sie in Ihrer politischen Laufbahn unbedingt erreichen?
Zuerst einmal möchte ich das Direktmandat für meinen Wahlkreis gewinnen. Dann ist für mich ein ganz wichtiges Thema, das ich stets selbst gelebt habe, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Wofür haben Sie zuletzt privat eine Empfehlung ausgesprochen? Was haben Sie in letzter Zeit aufgrund einer Empfehlung von Freunden getan oder gekauft?
Meine berufliche Tätigkeit als Anlageberaterin besteht darin, meinen Kunden Anlageempfehlungen zu geben.
Auf Empfehlung von Freunden haben wir ein bestimmtes Lokal aufgesucht und Bücher kaufe ich gerne auf Empfehlung von Freunden, die wissen, was ich gerne lese.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Bewerbung? Erhielten Sie eine Zu- oder Absage?
Für einen Ausbildungsplatz zur Bankkauffrau/Zusage.

Falls Sie auf eine Bewerbung schon mal eine Absage erhielten: Wie haben Sie sich gefühlt?
Auf Bewerbungen, die ich selbst imitiert habe, habe ich keine Absagen erhalten, sondern nach dem geführten Bewerbungsgespräch selbst abgesagt, da mir mein Arbeitsplatz die bessere Perspektive geboten hat.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Fachkräftemangel“ hören?
Insbesondere an das Handwerk, da hier sehr viele offene Stellen schon bei den Ausbildungsplätzen nicht besetzt werden können. Dann an die fehlenden Erzieherinnen und Erzieher sowie das geschulte Pflegepersonal.

Welche Pläne haben Sie und Ihre Partei bzgl. der Fachkräftesicherung für Deutschland und Ihren Wahlkreis?

Wir müssen unser Land und unsere Region für ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer attraktiv gestalten. Dazu gehört für mich auch, vergleichbare Qualifikationen anzuerkennen oder durch Praktika zu zertifizieren.

Bisher bekommt die Mehrzahl der gut qualifizierten Bewerber Absagen. Das Potential guter Bewerber wird so für die Region und Branche verschwendet.
Die YOUNECT GmbH hat mit dem Talentpool eine Lösung entwickelt, mit der Empfehlungs-Recruiting ermöglicht wird: In regionalen oder branchenspezifischen Talentpools können sich Unternehmen, datenschutzrechtlich korrekt, gegenseitig 2.- und 3.-platzierte Bewerber empfehlen, die sie selbst nicht einstellen konnten.
Der Talentpool war 2012 Preisträger und nominierter Bundessieger bei „Land der Ideen“. Er wird bereits von 41 Regionen bzw. Branchen genutzt.
Was halten Sie generell davon, gute Bewerber zu empfehlen? Denken Sie, dass Empfehlungs-Recruiting mittels regionaler Talentpools zur Fachkräftesicherung beitragen kann? Können Sie sich vorstellen, dass Unternehmen Ihres Wahlkreises sich gegenseitig gute Bewerber empfehlen?

Ich halte sehr viel davon, gute Bewerberinnen und Bewerber zu empfehlen, da ich dies auch selbst praktiziere. Als Ortsvorsteherin eines Mainzer Stadtteils mit dem größten zusammenhängenden Gewerbegebiet in unserer Region suche ich ständig den Kontakt mit Unternehmen, pflege ihn aber auch mit den Schulen. Diesen Weg könnte ich sehr gut mitgehen.

Nennen Sie uns drei Argumente, warum man Sie im September wählen sollte.

  1. Ich bin nahe bei den Menschen und stehe mitten im Leben.
  2. Ich lebe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  3. Ich bin in meinem Beruf Dienstleisterin, dies möchte ich auch in der Politik sein.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Frau Ursula Groden-Kranich.


Dieser Artikel ist Teil der Serie »Wahl 2013: Abgeordnete empfehlen«

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  64. MdB Kai Gehring sagt: "Ungewöhnliche Biografien" (21. August 2013)
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  66. MdB Dr. Tobias Lindner sagt: "Naja, wie man sich eben fühlt" (20. August 2013)
  67. MdB Stephan Kühn sagt: "Bröselnde Straßendecken" (20. August 2013)
  68. MdB Anette Kramme sagt: "Nicht durch Jammern" (19. August 2013)
  69. MdB Annette Groth sagt: "Im globalen Kasino weiterspielen" (19. August 2013)
  70. MdB Dr. Philipp Murmann sagt: "Kein Berufspolitiker" (19. August 2013)
  71. MdB Sabine Leidig sagt: "Mehr Chancen und weniger Aufwand" (16. August 2013)
  72. MdB Axel Knoerig sagt: "Lieber studieren als Banklehre" (16. August 2013)
  73. MdB Katja Keul sagt: "Das meine ich ernst" (15. August 2013)
  74. MdB Sören Bartol sagt: "Es sportlich sehen" (15. August 2013)
  75. MdB Dr. Petra Sitte sagt: "Kein klar fassbarer Endpunkt" (15. August 2013)
  76. MdB Thomas Gambke sagt: "Mehr als 30 Bewerbungen" (14. August 2013)
  77. MdB Dr. Dagmar Enkelmann sagt: "Bodenständiges Brandenburger Gewächs" (14. August 2013)
  78. MdB Dr. Stefan Ruppert sagt: "Zukunft nicht verbauen" (13. August 2013)
  79. MdB Wolfgang Bosbach sagt: "Fachkräftemangel? Mein 1. FC Köln" (13. August 2013)
  80. MdB Nicole Bracht-Bendt sagt: "Keine Frau auf dem Posten" (12. August 2013)
  81. MdB Rolf Koschorrek sagt: "Gute Idee" (9. August 2013)
  82. MdB Gerhard Schick sagt: "Geldwäsche der Mafia" (9. August 2013)
  83. MdB Willi Brase sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft" (8. August 2013)
  84. ... aus dem Büro des Abgeordneten (7. August 2013)